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Spangen zur Nachentwicklung
Manchmal ist der Oberkiefer so schmal entwickelt, dass eine Verbreiterung  notwendig wird. Oft haben diese Patienten einen hohen Gaumen, erheblichen Platzmangel für die bleibenden Zähne und in schwereren Fällen kann sogar die Nasenatmung eingeschränkt sein.

Im Gegensatz zum Unterkiefer ist eine Verbreiterung der knöchernen Basis im Oberkiefer möglich. Das verwendete Gerät nennt sich Gaumennahterweiterungs-Apparatur (GNE) [20]. Mittels einer GNE kann die Gaumennaht, in der Mitte des Oberkiefers, geöffnet und anschließend erweitert werden. Eine GNE besteht aus vier Ringen, die auf vier Backenzähen – je zwei pro Seite – zementiert werden und mit Metallarmen und einer Schraube im Gaumen verbunden sind. Diese Schraube wird nach Anweisung des Kieferorthopäden täglich mehrmals durch den Patienten gedreht und die GNE damit aktiviert. Die Eröffnung der Gaumennaht wird durch eine Lücke zwischen den beiden mittleren Schneidezähnen sichtbar, das so genannte Diastema mediale. Diese Lücke vergrößert sich stetig durch das tägliche Drehen. In der Regel schließt sich die Frontzahnlücke nach Beendigung der Aktivierung innerhalb von zwei bis sechs Monaten spontan, da die übrigen Zähne in den entstandenen Platz nachrutschen. Wenn die gewünschte Breite des Oberkiefers erreicht ist, wird die Schraube fixiert. Die festsitzende Apparatur muss nun noch drei bis sechs Monate zur Knochenneubildung im Spaltbereich im Mund verbleiben.

Gaumennahterweiterungs-Apparatur (GNE)    Gaumennahterweiterungs-Apparatur (GNE)
Gaumennahterweiterungs-Apparatur (GNE)    

Eine Gaumennahterweiterung kann auch zu einer Verbesserung des Nasendurchgängigkeit verbunden mit verringerter Infektanfälligkeit im Atmungstrakt und verbesserter Symptomatik bei Asthmatikern beitragen [21]. Allerdings ist es fragwürdig, eine Gaumennahterweiterung alleine aufgrund einer behinderten Nasenatmung ohne kieferorthopädische Indikation durchzuführen [22].

Komplikationen:
- Wurzelresorptionen
- Alveolarfortsatzfrakturen
- Quetschung der Palatinalarterie
- Berührungsempfindlichkeit der Zähne
- Reizung der Gaumenschleimhaut
- Zahnlockerungen

Festsitzende Behandlungsgeräte zur Verbreiterung des oberen Zahnbogens ohne Beeinflussung der knöchernen Basis sind der Transpalatinalbügel (TPB) und die Quad-Helix-Apparatur.

Der TPB ist ein runder Stahldraht mit einer mittig eingebogenen U-Schlaufe. Er wird in der Regel an den ersten großen Backenzähnen befestigt und kommt ebenfalls im Gaumen zu liegen. Durch die Aktivierung der U-Schlaufe kann der Zahnbogen verbreitert werden. Diese Aktivierung kann nur der Kieferorthopäde durchführen. Ein TPB kann auch als passiver „Abstandshalter“ eingegliedert werden.

Bei der Quad-Helix-Apparatur sind neben der speziellen Drahtführung im Gaumenbereich und zusätzlich zu der Befestigung an den ersten großen Backenzähnen, Drahtarme zur Beeinflussung der kleinen Backenzähne bzw. Eckzähne angebracht. Auch hier wird die Apparatur durch den Kieferorthopäden verstellt.

Bei zu eng stehenden Zähnen im Unterkiefer kann ein Lipbumper, der mit Hilfe zweier Bänder an den Zähnen befestigt ist, verwendet werden. Da sich der Lipbumper zwischen der Lippe und den Zähnen befindet, kommt es zu einer kieferorthopädisch gewünschten Veränderung des Gleichgewichtes zwischen Zungen- und Lippenmuskulatur. 

Quadhelix (QH)   Lipbumper
Quadhelix (QH)   Lipbumper für den Unterkiefer

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Dieser Beitrag wurde von den im Impressum unter "Redaktion" genannten Zahnärzten und zahnmedizinischen Fachkräften erstellt und vom Schlussredaktionsteam didaktisch überarbeitet.
Datum der Erstellung: 20.03.2011, letzten Änderung: 20.03.2011, letzte Überprüfung: 20.03.2011. 



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