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Kompomere
       Anwendung         keine Anwendung
  • Milchzahnfüllungen (eingeschränkt)
  • Zahnhalsfüllungen
  • längerfristige provisorische Füllungen an Seitenzähnen

  • endgültige Füllung für Kauflächen im Seitenzahnbereich des bleibenden Gebisses
    (kein Amalgamersatz!)
  • Allergien gegen Bestandteile von Kompositen und Adhäsiven


1994 erschien unter dem Namen Dyract® (DeTrey) das erste Kompomer auf dem Markt. Kompomer ist ein zahnfarbener Füllungswerkstoff aus Komposit und Glasionomer-Zement. Dadurch werden die guten Haftfähigkeiten des Glasionomer-Zements mit den Vorteilen des Komposits verbunden. Kompomere enthalten Monomere, Photoinitiatoren, Stabilisatoren, Farbpigmente und Füllkörper, die auch in Kompositen angewendet werden. Zusätzlich enthalten sie Dimethacrylatmonomere und Füllkörper aus Barium-Aluminium-Fluorosilikat-Gläsern (Manhart 2006).

     
Kompomerfüllung im Milchgebiss 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kompomerfüllung im Milchgebiss.

 
     

Kompomere sind geeignet für Füllungen im sichtbaren Bereich, z. B. Zahnhalsfüllungen,  und für kleinere Füllungen im Seitenzahnbereich ohne große Kaubelastung. Vor allem im Milchgebiss haben Kompomere als Amalgamalternative ein großes Anwendungsspektrum (Illig 2003, Krämer u. Frankenberger 2004).  Kompomere sind "Ein-Komponenten-Systeme", die erst nach Lichtzufuhr aushärten. Für einen guten Verbund der Füllung mit dem Zahn ist ein Einkomponenten-Primer notwendig. 

Die Materialeigenschaften der Kompomere sind denen der Glasionomer-Zemente überlegen. Sie erreichen aber nicht die Materialeigenschaften der Kompositmaterialien. So konnte Haller und Günther (1998) zeigen, dass die Randqualität von Kompomeren schlechter war als bei Komposit-Füllungen. Zwischen Kompomerfüllung und Zahn kommt es also eher zu Spalten als bei Komposit-Füllungen. Während die Glasionomer-Zemente chemisch an Schmelz und Dentin haften, muss bei den Kompomeren wie bei den Dentinadhäsiv-/Kompositsystemen ein mikromechanischer Verbund hergestellt werden.
Da die Fluoridabgabe aus Kompomeren im Vergleich zu den konventionellen Glasionomer-Zementen wesentlich geringer ist, wird versucht, durch Zusatz von Fluorid zum Primer und durch Erhöhung des Anteils der fluoridhaltigen Füllkörper die Fluoridabgabe zu erhöhen.

      Vorteile         Nachteile
  • Fluoridabgabe an den Zahn
  • einfache Verarbeitung
  • ansprechende Ästhetik
  • keine Säure-Ätz-Technik notwendig

  • nur für kleinere Füllungen ohne große Kaudruckbelastung geeignet
        Haltbarkeit         Beteiligung durch gesetzl. Krankenkasse
  • Haltbarkeit von ca. 3 – 5 Jahren
  • Der Zahnarzt muss für Füllungen eine zweijährige Gewähr übernehmen. Identische und Teilwiederholungen von Füllungen sind in diesem Zeitraum vom Zahnarzt kostenfrei vorzunehmen. Ausnahmen hiervon bestimmen die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung und die Spitzenverbände der Krankenkassen gemeinsam und einheitlich. (SGB V, § 136 b).
    Für eine Gewährleistung braucht der Patient keine Praxisgebühr zu entrichten! 
  • Zur Versorgung von Frontzahndefekten und für Füllungen im Zahnhalsbereich werden die Kosten von der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) übernommen.





 

        Mögliche Gesundheitsrisiken
  • vereinzelt Allergien


Wie wird eine Kompomer-Füllung angefertigt?

Zunächst bohrt der Zahnarzt die kranke Zahnhartsubstanz möglichst schonend aus. Ohne den Zahnschmelz aufzurauen wird der Zahn mit einem lichthärtenden Spezial-Kunststoffkleber, dem sogenannten Adhäsiv, vorbereitet. Mittels einer Dosierspritze wird das Material direkt in das vorbereitete Loch gefüllt. Durch ein Spezial-Kaltlicht härtet das Material im Zahn aus. Nun arbeitet der Zahnarzt die Füllung entsprechend den anatomischen Gegebenheiten des Zahnes aus.


Bioverträglichkeit

In Komposit-Kunststoffen sind eine Reihe von Substanzen enthalten, die als Allergene gelten. So lässt sich beispielsweise beim Abbinden von Komposit-Kunststoffen, die in Kompomeren enthalten sind, Formaldehyd nachweisen. Formaldehyd ist eine vom Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin als "bedeutendes Kontaktallergen" eingruppierte Chemikalie (Kayser u. Schlede 2001). Selbst bei abgebundenen Kompositen ist Formaldehyd noch bis zu 115 Tagen nach der Polymerisation nachweisbar. Formaldehyd-Allergien können als Asthma auftreten oder sich als Zahnfleischentzündung zeigen (Schmalz 2005).


Literatur:
Haller, B., Günther, J.: Randqualität von Klasse-II-Kompomerfüllungen. Dtsch. Zahnärztl. Z. 1998 (5): 330-336. (Zusammenfassung).
Illig, U.: Füllungsmaterialien im Milchgebiß: GIZ, Komposites oder Kompomere? BZB 6/2003:56. (Volltext)
Kayser, D., Schlede, E. (Hrsg.): Chemikalien und Kontaktallergie - Eine bewertende Zusammenstellung. Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin. Urban & Vogel, München (2001).
Krämer, N., Frankenberger, R.: Kompomere im Milchgebiss. BZB 1-2/2004:26-28. (Volltext).
Manhart, J.: Charakterisierung direkter zahnärztlicher Füllungsmaterialien für den Seitenzahnbereich - Alternativen zum Amalgam? Die Quintessenz 2006; 57 (5): 465-481. (Zusammenfassung).
Schmalz, G.: Komposit-Kunststoffe. In: Schmalz, G., Arenholt-Bindsley, D.: Biokompatibilität zahnärztlicher Werkstoffe. Urban & Fischer, München (2005), 118-123.

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Dieser Beitrag wurde von den im Impressum unter "Redaktion" genannten Zahnärzten und zahnmedizinischen Fachkräften erstellt und vom Schlussredaktionsteam didaktisch überarbeitet.
Datum der Erstellung: 01.02.2003, letzten Änderung: 02.06.2007, letzte Überprüfung: 02.06.2007. 



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