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Epikutan- und MELISA-Test

 

Epikutantest ("Pflastertest")

In der Literatur werden mehrfach auch Allergien gegen Amalgam, vor allem unmittelbar nach dem Legen der Füllung, beschrieben. Zum Nachweis einer Allergie wird gewöhnlich ein Epikutantest (Hauttest mit Heftpflaster) durchgeführt. Bilden sich auf der Klebestelle nach einiger Zeit (24 Stunden, 48 Stunden, 72 Stunden) Pusteln, Hautrötungen oder andere Reaktionen, so deutet das auf eine Allergie hin. Allerdings hat dieses Verfahren nur eine eingeschränkte  Zuverlässigkeit (Hamre 1997). Allerdings hat dieser Test den  Nachteil, dass es manchmal zu sogenannten falsch-positiven Ergebnissen kommt, z. B.  zu einer Rötung, obwohl keine Allergie vorliegt.
Besonders zu betonen ist die Gefahr, die von der Epikutantestung selbst ausgehen kann. Bei wiederholter Durchführung der Hauttestung innerhalb von vier Wochen oder Testung von Substanzen, die ein hohes Allergiepotenzial haben, können durch die Testung "künstlich" Allergien provoziert werden (Weibler u. Zieres 2004). Trotzdem ist der Epikutantest der einzige Test, den die Krankenkassen anerkennen, wenn es um die Erstattung von Ersatzmaterialien (z. B. für Amalgam) geht. Der Epikutantest wird von Hautärzten und Allergologen durchgeführt.

Alternativ zum Test auf der Rückenhaut kann auch ein Test auf der Mundschleimhaut, also dem eigentlichen Zielgewebe, durchgeführt werden. Dieser Test ist jedoch schwieriger durchzuführen und außerdem weniger aussagekräftig, da durch den Speichel die Allergene (Stoffe die eine Allergie auslösen können) verdünnt werden. Außerdem benötigt die Mundschleimhaut aufgrund ihrer immunologischen Besonderheiten höhere Allergenkonzentrationen zur Auslösung positiver Testreaktionen (Schmalz 2005, S. 30).


MELISA-Test

Eine andere Möglichkeit, eine Allergie festzustellen, ist der Nachweis von "Gedächniszellen" im Blut, d.h. Lymphozyten, die sich daran erinnern können, dass der Körper einem bestimmten Stoff als Allergieauslöser ausgesetzt war. Der Nachweis geschieht mit dem in Schweden entwickelten MELISA-Test (Memory Lymphocyte Immuno Stimulation Assay). Dieser Test ist empfindlicher als der Epikutantest und hat eine höhere Aussagekraft. Allerdings befindet sich diese Prüfmethode noch im Stadium der wissenschaftlichen Untersuchung. Zusammenhänge der Testergebnisse mit Krankheitsbildern werden vereinzelt beschieben, sind jedoch nicht durchgängig. Vor allem ist bisher nicht geklärt, inwieweit auch erbliche Faktoren eine Rolle spielen. Als Routineverfahren ist dieser Test daher zur Zeit nicht geeignet (Schmalz 2005, S. 33).
Der MELISA-Test kostet je nach Anzahl der untersuchten Metalle zwischen 250 und 350 € und wird von einem Arzt durchgeführt. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen hierfür keine Kosten.

     Weitere Internetinformationen zu Epikutan- und MELISA-Test


Literatur:
Hamre, J.H.: Amalgam – Probleme und Lösungen in der naturheilkundlichen Praxis. Hippokrates Verlag, Stuttgart (1997).
Schmalz, G.: Prüfung der Biokompatibilität. In: Schmalz, G., Arenholt-Bindslev, D.: Biokompatibilität zahnärztlicher Werkstoffe. Urban u. Fischer, München (2005).
Weibler, U., Zieres, G.: Ratgeber Zahnersatz. Iatros Verlag, Nierenstein (2004), S. 131.

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Dieser Beitrag wurde von den im Impressum unter "Redaktion" genannten Zahnärzten und zahnmedizinischen Fachkräften erstellt und vom Schlussredaktionsteam didaktisch überarbeitet.
Datum der Erstellung: 01.02.2004, letzten Änderung: 30.06.2007, letzte Überprüfung: 30.06.2007. 


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