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Nun kommen US-amerikanische Forscher zu einem völlig anderen Ergebnis. Nach ihrer Studie hat eine Parodontitis-Behandlung keinen Einfluss auf das Risiko einer Frühgeburt (Michalowicz et al. 2006). Insgesamt 823 Frauen, die sich zwischen der 13. und 17. Schwangerschaftswoche befanden, nahmen an der Studie teil. 413 von ihnen erhielten vor der 21. Schwangerschaftswoche eine herkömmliche Parodontitis-Behandlung. Zudem unterzogen sich die Studienteilnehmerinnen einer monatlichen Zahnreinigung und sie erhielten eine Unterweisung in Mundhygiene. Bei den 410 Frauen der Kontrollgruppe wurde eine Parodontitis-Behandlung erst nach der Entbindung durchgeführt. Dokumentiert wurden der Zeitpunkt der Entbindung sowie das Geburtsgewicht der Kinder. Eine Frühgeburt (Entbindung vor der 37. Schwangerschaftswoche) trat bei 12,0% der Frauen in der Therapiegruppe und bei 12,8% in der Kontrollgruppe auf. Die Parodontis-Behandlung hatte also keinen statistisch nachweisbaren Einfluss auf das Risiko einer Frühgeburt. Auch auf das Geburtsgewicht hatte die Parodontitis-Behandlung keinen Einfluss. Die Autoren Folgern aus ihren Daten, dass die Behandlung der Parodontitis bei schwangeren Frauen die Parodontalerkrankung bessert, jedoch keinen nachweisbaren Einfluss auf die Raten von Frühgeburten oder geringem Geburtsgewicht hat. Damit bestätigen die Forscher die Arbeit von Khader (2006), der die Ergebnisse verschiedener Studien zu diesem Thema verglich ("Meta-Analyse"). Aufgrund seiner Analyse geht Khader ebenfalls davon aus, dass es auf Basis der vorliegenden Studien keinen Beweis dafür gibt, dass die Behandlung von Parodontalerkrankungen das Risiko von Frühgeburten verhindern könne. Auch wenn es eine letzte Klarheit noch nicht gibt: Frauen mit Kinderwunsch sollten frühzeitig den Status der Mundgesundheit überprüfen und gegebenenfalls eine vorhandene Zahnfleischentzündung ("Gingivitis"), erst recht aber eine Zahnbettentzündung (Parodontitis) behandeln zu lassen. Liegt eine Zahnfleischerkrankung vor, kann der Zahnarzt mit geeigneten Behandlungsmethoden helfen. Wird tatsächlich eine Parodontitis festgestellt, kann diese grundsätzlich auch während der Schwangerschaft behandelt werden. Idealerweise bietet sich für eine solche Behandlung der Beginn des vierten Schwangerschaftsmonats (2. Trimenons) an. Weitere Informationen im Internet
Jeffcoat, M. A.: Peridontal infection and preterm birth – Results of a prospective study. JADA 2001, 132: 875-880. Volltext. Medianos, P. N.: Is periodontitis associated with an increased risk of coronary heart disease and preterm and/or low birth weight births? J Clin Periodontol 2002; 29 (Suppl 3): 22-36. Medaustria.at: Frühgeburt-Risiko für Frauen mit Parodontitis siebenfach erhöht. Zahnärztekammer Nordrhein: Parodontitis und die Risiken von untergewichtigen Frühgeburten; Pressemitteilung der Zahnärztekammer Nordrhein vom 04.03.2005. Michalowicz, B. S., Hodges, J. S., DiAngelis, A. J., Lup, V. R., Novak, M. J., ferguson, J. E., Buchanan, W., Bofill, J., Papapanou, P. N., Mitchel, D. A., Matseoane, S., Tschida, P. A.: Treatment of periodontal disease and the risk of preterm birth. N Engl J Med. 2006: 1885-1894. Khader, Y. S.: Periodontal Diseases and the Risk of Preterm Birth and Low Birth Weight: A Meta Analysis. J Periodontol 2005:76 (2): 161-165. (Abstract). _________________________________________________________________________________________________ |
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