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Nichtanlagen
Der Begriff „Nichtanlage“ beschreibt das Fehlen eines permanenten Zahnes. Unter dem betroffenen Milchzahn ist also kein bleibender Zahn angelegt, d.h. bei Verlust des Milchzahns entsteht in dieser Stelle eine Zahnlücke. Nichtanlagen liegen bei 5-10% der Bevölkerung vor. Am häufigsten ist der zweite kleine Backenzahn im Unterkiefer betroffen, gefolgt vom oberen seitlichen Schneidezahn und dem zweiten kleinen Backenzahn im Oberkiefer.

Eine Zahnlücke ist für das restliche Gebiss statisch ungünstig. Die Nachbarzahne haben nun keine seitliche Abstützung mehr und können in die Lücke hinein kippen. Die Zähne im Gegenkiefer werden beim Kauen ebenfalls nicht mehr abgestützt und können sich in die Lücke hinein verlängern.

Bei dem Vorliegen einer Nichtanlage stellt sich für den Kieferorthopäden stets die gleiche Frage: Lückenöffnung oder Lückenschluss? Beide Lösungsansätze haben Vor- und Nachteile und es gilt diese individuell abzuwägen. Wegweisende Faktoren für den Kieferorthopäden sind z.B. die Platzbilanzen in beiden Kiefern, das Verhältnis der Zahngrößen im Ober- und Unterkiefer zueinander, die Verzahnung, die Knochenstruktur im Bereich der Nichtanlage, uvm. In vielen Fällen bietet sich eine der beiden Möglichkeiten förmlich an oder ist gar unausweichlich. In manchen Fällen können beide Wege zielführend sein. Dann sollten die Argumente für und gegen eine Lückenöffnung bzw. einen Lückenschluss gemeinsam besprochen werden. Auch kann es sein, dass zur optimalen Einstellung der Verzahnung weitere bleibende Zähne geopfert werden müssen, um ein symmetrisches Zahnmaterial herzustellen und so eine seitengleiche Verzahnung zu ermöglichen.


            Vorteile            Nachteile 
Lückenöffnung





 
  • Evtl. weniger aufwändige kieferorthopädische Therapie
  • Keine ästhetische Umformung der bewegten Zähne notwendig


 
  • Spätere prothetische Versorgung der Lücke erforderlich – eine Implantation ist erst
    nach Wachstumsabschluss, d.h. mit ca. 18 Jahren möglich
  • Bei Belassen des Milchzahnes evtl. nicht ganz
    optimale Verzahnung im Seitenzahnbereich
Lückenschluss


 
 
  • Keine Notwendigkeit für späteren Zahnersatz
  • Optimale Verzahnung kieferorthopädisch einstellbar

 
  • Evtl. umfangreichere kieferorthopädische
    Therapie (mit skelettaler Verankerung) nötig
  • Ggf. spätere ästhetische Formkorrektur
    einzelner Zähne empfehlenswert

Es gibt noch eine weitere Möglichkeit nicht angelegte Zähne zu „ersetzen“. In ausgewählten Fällen kann eine Verpflanzung (Transplantation) eines anderen eigenen Zahnes in Erwägung gezogen werden. Dieses Verfahren funktioniert am besten, wenn das Wurzelwachstum des betroffenen Zahnes noch nicht ganz abgeschlossen ist. Im optimalen Fall nimmt der Nerv dieses Zahnes dann keinen Schaden. Dieses aufwändige Verfahren erfolgt in Absprache und enger Zusammenarbeit mit einem Kieferchirurgen.

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Dieser Beitrag wurde von den im Impressum unter "Redaktion" genannten Zahnärzten und zahnmedizinischen Fachkräften erstellt und vom Schlussredaktionsteam didaktisch überarbeitet.
Datum der Erstellung: 19.03.2011, letzten Änderung: 19.03.2011, letzte Überprüfung: 19.03.2011. 



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