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Unterkiefer-Vorlage (Klasse III)
Die so genannte Angle-Klasse-III (Synonym: Progenie, Mesialbiss) beschreibt eine Gruppe von Zahn- und / oder Kieferfehlstellungen, bei denen der Unterkiefer in Relation zum Oberkiefer zu weit vorne liegt, z.B. durch einen sehr prominenten Unterkiefer und/oder durch Wachstumsdefizite im Oberkiefer. Im Profil betrachtet, weisen diese Patienten häufig ein vorstehendes Kinn, einen langen Unterkiefer und evtl. auch eine positive Lippentreppe auf. Es gibt unterschiedlich starke Ausprägungen dieser Erkrankung. Sie reichen von einzelnen Zahnfehlstellungen oder Zahngruppen bis hin zur Beeinflussung knöcherner Strukturen.


Mögliche Ausprägungen der Klasse III-Anomalien [30]

a) Umgekehrte Frontzahnstufe, d.h. ein oder mehr obere Schneidezähne beißt(en) hinter den unteren Schneidezähnen zusammen
b) Progener Zwangsbiss, d.h. der Unterkiefer wird durch lokale Zahnkontakte beim Zusammenbeißen nach vorne geschoben und es entsteht der Eindruck einer umgekehrten Frontzahnstufe
c) Pseudoprogenie, d.h. der Oberkiefer ist im Vergleich zum Unterkiefer zu schmal/kurz oder liegt zu weit zurück
d) Echte Progenie, d.h. es liegt ein stark überschießendes Unterkieferwachstum vor, der Oberkiefer wächst normal

Die konkrete Therapie richtet sich selbstverständlich nach der individuellen Ausprägung der Erkrankung, aber ein grundsätzlich wird in den allermeisten Fällen das Unterkieferwachstum gebremst und zeitgleich das Oberkieferwachstum gefördert werden müssen. Im Normalfall wird die Therapie der Angle Klasse-III von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen (siehe KIG-Tabelle).

Die Behandlung der Klasse III-Erkrankungen ist eine sehr langwierige Therapie innerhalb der Kieferorthopädie. Die Umlenkung der körpereigenen Wachstumsprozesse ist schwierig und erstreckt sich über die gesamte Wachstumsphase der Patienten. Bei diesen Erkrankungen sollte zur günstigen Wachstumsbeeinflussung und Verbesserung der Erfolgschancen schon in jungen Jahren mit der kieferorthopädischen Therapie begonnen werden. Je nach Ausprägung, Mitarbeit des Patienten und Zeitpunkt des Therapiebeginns sind leider nicht alle Fälle kieferorthopädisch erfolgreich abzuschließen. Dann reicht die kieferorthopädische Behandlung allein nicht aus und es muss eine Kombinationen mit chirurgischen Maßnahmen in Erwägung gezogen werden.

Therapiemöglichkeiten bei Kindern und Jugendlichen im Wachstum:
e) Herausnehmbare Spangen
    → Aktive Platten
    → Funktionskieferorthopädische Geräte
f) Extraorale Geräte
    → Delaire-Maske
g) Multibracketapparatur („feste Spange“) mit Klasse-III-Gummizügen

Therapiemöglichkeiten bei erwachsenen Patienten:
d) Multibracketapparatur
e) Multibracketapparatur in Kombination mit chirurgischen Maßnahmen zur Umstellung der Kieferlagen

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Dieser Beitrag wurde von den im Impressum unter "Redaktion" genannten Zahnärzten und zahnmedizinischen Fachkräften erstellt und vom Schlussredaktionsteam didaktisch überarbeitet.
Datum der Erstellung: 19.03.2011, letzten Änderung: 19.03.2011, letzte Überprüfung: 19.03.2011. 



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