Zur barrierefreien Version wechseln
Mund und Zahn • Erkrankungen • Karies • Allgemein
Allgemein

 

Durch Karies stark zerstörtes Gebiss





Hätten Sie gewusst, dass Karies weltweit eine der häufigsten Erkrankungen des Menschen ist? Doch ist in den letzten Jahren in einigen Ländern – auch in Deutschland – ein Rückgang der Karies zu verzeichnen. Ursache hierfür sind eine bessere Mundhygiene und Fluoridierungsmaßnahmen.

Karies entsteht durch die Bakterien der Zahnbeläge (Plaque) auf der Zahnoberfläche. Bestimmte Bakterien, sogenannte Mutansstreptokokken und Laktobazillen, wandeln Zucker und Speisereste in Säure um, die den Zahnschmelz angreift und zerstört.
Anfangs ist dieser Zerstörungsprozess noch umkehrbar. Als Folge der durch die Säure bewirkten Demineralisation oder Entkalkung zeigt sich ein weißer Fleck unter der Schmelzoberfläche. Werden aber jetzt keine Gegenmaßnahmen zur Zahnhärtung oder Remineralisierung getroffen, so entsteht ein "Loch", das immer größer wird. Zahnbeläge, Zucker und Zeit gemeinsam sind die entscheidenden Voraussetzungen für die Entstehung von Karies. Nur in seltenen Fällen sind auch genetische Faktoren beteiligt.

Die vier Faktoren zur Kariesentstehung: Bakterien, Zahnbeläge, Kohlenhydrate und Zeit      
Vier Grundvoraussetzungen für die Entstehung von
Karies. Für die Entstehung von Karies müssen vier
Grundvoraussetzungen zusammenkommen:
Bakterien, Zahnbeläge, Nahrung und Einwirkzeit.
Karies kann nicht entstehen, wenn eine der Grund-
voraussetzungen fehlt bzw. einer oder mehrere
dieser Faktoren abgeschwächt auftreten.
  Bild oben:
Ausgeprägte kariöse Zerstörung am
Backenzahn 25 (siehe Pfeil).
Bild unten:

Im Röntgenbild ist die kariöse Zerstörung
als dunkle Stelle ("Verschattung") zu
erkennen.

Unbehandelte Karies zerstört nach und nach die Zahnhartsubstanz, also Zahnschmelz und Dentin. Wenn der Prozess das Dentin erreicht, beginnt der Zahn zu schmerzen. Besonders beim Verzehr süßer oder kalter Nahrungsmittel reagieren die Nervenfasern der Pulpa mit einem Schmerz. Dieser kann sich über den Zahn hinaus auf die entsprechende Kieferseite ausbreiten. Wird das entstandene Loch jetzt nicht ausgebohrt und zahnmedizinisch versorgt (eventuell muss der Zahnarzt eine Wurzelkanalbehandlung oder eine Wurzelspitzenresektion durchführen), dringen die Bakterien weiter vor, der Zahn vereitert, es gibt die berühmte "dicke Backe" oder – noch schlimmer – krankhafte Veränderungen an inneren Organen, z.B. am Herzen, weil die Bakterien über die Blutbahn dorthin gelangt sind.

kariesfreier Zahn    Zahnschmelz und Dentin ist von Karies befallen    tiefgehende Karies hat den Zahnnerv erfasst
Kariesfreier Zahn mit vollständig intaktem
Zahnschmelz. Die tiefe Schmelzeinziehung
(Fissur) begünstigt die Kariesentstehung an
dieser Stelle.













  Kontinuierliche Säureangriffe haben den
Zahnschmelz demineralisiert. Ein Loch ist
entstanden. In diesem Stadium ist die Karies
nicht mehr umkehrbar. Von der Grenze
zwischen Zahnschmelz und Zahnmark dringen
die sich ständig vermehrenden, säurebildenden
Plaquebakterien entlang den Kanälchen, die das
Zahnbein (Dentin) durchziehen, in Richtung auf
das Zahnmark (Pulpa) vor. Das im Unterschied
zum Zahnschmelz weichere Zahnbein wird
durch die Säuren schneller zerstört. Außerdem
verdauen bestimmte Bakterien den relativ hohen
organischen Anteil des Zahnbeins. So ist zu
erklären, dass die Befallstelle im Zahnbein nach
einiger Zeit größer ist als das Loch im Zahn-
schmelz. Während dieses Stadiums können
bereits kurzdauernde Zahnschmerzen auftreten.
  Durch andauernden bakteriell-chemischen An-
griff erreicht die Karies schließlich das Zahn-
mark (Pulpa). Bakterien können eine Entzündung
des Zahnmarks verursachen. Dieser  Entzün-
dungprozess wird häufig begleitet von starken
Zahnschmerzen. Schließlich wird das Zahnmark
zerstört. Die im toten Zahnmark lebenden Bak-
terien können einen Wurzelspitzenabszeß her-
vorrufen.










Warnzeichen vor Karies

Bei folgenden Warnzeichen sollten Sie unverzüglich Ihren Zahnarzt aufsuchen:

  • Im Spiegel sind kreidigweiße oder braune Stellen an den Zähnen zu erkennen.
  • Mit der Zunge ertasten Sie scharfe Kanten an Zähnen.
  • Ihre Zähne reagieren empfindlich auf süße/saure und heiße/kalte Getränke.
  • Zahnschmerzen treten auch ohne Kältereize auf.


Regelmäßige zahnärztliche Kontrolle schützt Ihre Zähne!

Soweit sollte es heutzutage nicht mehr kommen. Regelmäßige Zahnpflege und regelmäßiger Besuch beim Zahnarzt verhindert die Entstehung und Ausbreitung der Karies. Deshalb sollten Sie, auch wenn Sie keine Beschwerden haben, mindestens einmal jährlich zum Zahnarzt gehen – Ihren Zähnen und Ihrer Gesundheit zuliebe!


Die unterschätzte Gefahr: Säurehaltige Nahrungsmittel und Getränke!

Ein Zuviel an säurehaltigen Nahrungsmitteln und Getränken bringt den Mikrokosmos der Mundhöhle aus dem Gleichgewicht und kann zu sogenannten Erosionen führen, einem langsam voranschreitenden Verlust an Zahnsubstanz durch den direkten und häufigen Kontakt mit Säuren. Neben einer ausgewogenen Ernährung und viel klarem Wasser als Durstlöscher ist die regelmäßige Anwendung einer fluoridhaltigen Mundspülung und eines Fluoridgels ein wirksames Mittel bei Erosionen. mehr.... 


Wie kommen eigentlich die kariesverursachenden Bakterien in die Mundhöhle?

Zum Zeitpunkt der Geburt hat das Baby noch eine völlig keimfreie Mundhöhle. Wissenschaftlich erwiesen ist, dass die Keime durch die Mutter (z. B. direkt über Küsse oder indirekt per abgelecktem Schnuller), aber auch durch den Vater und sonstige Bezugspersonen (Geschwister, Spielkameraden) in die Mundhöhle des Kindes gelangen. Natürlich können Keime - unter ihnen auch der Hauptkariesverursacher (Streptokokkus mutans) -  auch über alles, was das Kind in den Mund steckt, ihren Weg in die Mundhöhle finden. mehr... 


Impfung gegen Karies

Sicherlich, da Karies durch Bakterien verursacht wird, müsste es doch eigentlich möglich sein, sich gegen Karies zu impfen. Bei anderen Krankheiten funktioniert das doch auch. Die Hoffnung vieler Kinder: "Nie wieder die Zähneputzen!" bleibt aber eine Wunschvorstellung. Seit den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts wird die Möglichkeit einer Kariesimpfung immer wieder erforscht. Leider bisher ohne größere Erfolge. mehr.... 


Fachgesellschaften und weitere Adressen im Internet

Im Internet finden Sie weitere Informationen. Einige Adressen haben wir für Sie zusammengestellt. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir keine Verantwortung für die Inhalte der gelinkten Web-Seiten sowie deren Verknüpfungen zu anderen Web-Seiten übernehmen können. 

        Fachgesellschaften / weitere Adressen

_________________________________________________________________________________________________
Dieser Beitrag wurde von den im Impressum unter "Redaktion" genannten Zahnärzten und zahnmedizinischen Fachkräften erstellt und vom Schlussredaktionsteam didaktisch überarbeitet.
Datum der Erstellung: 01.02.2004, letzten Änderung: 04.01.2011, letzte Überprüfung: 04.01.2011. 


 Impressum

Sitemap

Online-Umfrage

Realisation: wsp-design.de




Zertifiziert durch MEDIsuch
 

Zertifiziert durch MEDIsuch

 Diese Web Seite ist von der Health On the Net Stiftung akkreditiert: Klicken Sie, um dies zu überprüfen
 

Wir befolgen den HONcode Standard für vertrauensvolle Gesundheitsinformationen.
Kontrollieren Sie dies hier.