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Gefahr durch Blei im Auslands-Zahnersatz.

 

Nicht nur in Deutschland, auch in Amerika kommt immer mehr Zahnersatz aus China und anderen Billiglohnländern in die Münder der Patienten. Standen zunächst Skandale um giftiges Kinderspielzeug im Fokus, verunsichert jetzt eine Meldung der American Dental Association (ADA) über bleibelasteten Zahnersatz aus China die Patienten in den USA: In einer Krone wurde mit 210 ppm (parts per million) deutlich mehr als die doppelte Menge des US-Grenzwertes entdeckt (Spectator Dentistry, 4/2008). Also doch Pfusch durch Kostendruck?

Einer älteren Patientin war eine dreigliedrige Brücke eingesetzt worden. Nachdem sie über gesundheitliche Probleme klagte, fand der behandelnde Zahnarzt heraus, dass der Zahnersatz in China hergestellt worden war. Bei einer Laboruntersuchung wurde schließlich eine erhöhte Bleikonzentration festgestellt. Ein Fernsehsender aus Ohio ließ daraufhin mehrere Kronen in verschiedenen Labors in Übersee herstellen und anschließend auf Bleibelastung kontrollieren. Eine der angefertigten Arbeiten enthielt eine Bleibelastung von 210 ppm. Bedenkt man, dass der amerikanische Kongress den Grenzwert für Blei im Spielzeug auf 90 ppm festgelegt hat, dann erkennt man schnell die Größe des Problems. Zumal Spielzeug auch nicht ständig im Mund ist. Dabei ist die Bleibelastung des Zahnersatzes nicht verständlich, werben doch gerade chinesische Großlabore mit Zertifikaten über die verwendeten Materialien und ständigen Qualitätskontrollen. Kontrollen, die scheinbar versagen oder nur auf dem Papier existieren. Dies soll keine pauschale Verurteilung von ausländischen Zahntechniklaboren sein. Dafür besteht bisher kein Anlaß. Dennoch muss die Devise gelten: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Zumal es sich nicht um den berühmten „Einzelfall“ handelt. Denn ein US-Fernsehsender legte nun eine weitere in Übersee georderte Krone vor, in der abermals eine Bleibelastung von 210 ppm analysiert wurde.

Angesichts der dieses Jahr notwendig gewordenen Rückrufaktionen von in China hergestelltem und mit Giftstoffen versehenem Kinderspielzeug und Zahnpasta wird deutlich, wie kritisch dieses Thema zu behandeln ist. Zahnersatz und zahnmedizinische Produkte sind eben keine Ware wie jede x-beliebige. Chinesische Zahncreme und chinesisches Kinderspielzeug wurden zum Glück zurückgezogen. Ganz im Sinne des Verbrauchers. Beim Auslands-Zahnersatz ist nun rasche Klärung nötig. Andernfalls dürfte das Vertrauen der Patienten in ausländischen Zahnersatz für lange Zeit nachhaltig zerstört sein. Die amerikanische Zahnarztvereinigung will nun verstärkt mit den Behörden zusammenarbeiten, um die Sicherheit der Dentalprodukte zu gewährleisten. Zudem ermutigt die ADA die amerikanischen Patienten dazu, ihre Ängste über die Sicherheit von Zahnersatz mit ihren behandelnden Zahnärzten zu diskutieren. Zu diesem Zweck hat die ADA einen eigenen Fragenkatalog veröffentlicht und verspricht, die Öffentlichkeit umgehend zu informieren, wenn es weitere Probleme mit Produkten geben sollte. Eine Transparenz, die sich auch deutsche Patienten wünschen.
(zahnärztliche-patientenberatung, 26.04.2008, Quelle: ADA, Foto: © Kurt Duchatschek – Fotolia.com)

Weitere Informationen:
http://www.ada.org/public/media/releases/0802_release05.asp
http://www.ada.org/prof/index.asp
http://www.nadl.org




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