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Das Zusammenspiel zweier Volkskrankheiten.
Allein in Deutschland gibt es ca. sechs Millionen diagnostizierte Diabetiker. Allgemein bekannt ist, dass Diabetes mellitus schwerwiegende Folgekrankheiten -wie Augen-, Nieren- und Nervenschäden nach sich zieht. Aber auch Parodontitis gehört zu diesen Folgekrankheiten. (Foto: AOK-Bilderdienst).Wie Diabetes mellitus und Parodontitis sich gegenseitig beeinflussen.
Allein in Deutschland gibt es ca. sechs Millionen diagnostizierte Diabetiker. Schätzungen gehen davon aus, dass die Gesamtzahl sogar bei acht Millionen Erkrankten liegt. Allgemein bekannt ist, dass Diabetes mellitus schwerwiegende Folgekrankheiten -wie Augen-, Nieren- und Nervenschäden oder das diabetische Fußsyndrom - nach sich zieht. Klinische Studien zeigen, dass auch Parodontitis zu diesen Folgekrankheiten gehört. In vielen Fällen sind Diabetes-Patienten jedoch nicht ausreichend darüber informiert. Dies belegt eine aktuelle Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid im Auftrag von Colgate-Palmolive durchgeführt hat.

Parodontitis als Folge von Diabetes weitgehend unbekannt.
Die Studie zeigt, dass Typ-II-Diabetiker (Typ II wird auch als Altersdiabetes bezeichnet) im Allgemeinen wissen, dass Diabetes im engen Zusammenhang mit anderen Krankheiten steht. Bei der Aufzählung dieser Krankheiten spielt Parodontitis jedoch eher eine untergeordnete Rolle. Lediglich 36 Prozent der befragten Typ-II-Diabetiker gaben an, Parodontitis als eine Folgeerkrankung des Diabetes zu kennen. Häufig genannt werden dagegen Begleiterscheinungen wie Augenerkrankungen (92 Prozent), Erkrankungen der Füße (83 Prozent) und Herzerkrankungen (75 Prozent) (Grafik 1).

Dabei ist der Einfluss der Zuckerkrankheit auf Parodontitis nicht zu unterschätzen. Nach neueren Erkenntnissen ist bei Diabetikern im Vergleich zu Nicht-Diabetikern das Risiko, an Parodontitis zu erkranken, dreimal so hoch. Dies hängt mit den erhöhten Zuckerwerten zusammen, die zu einer Schwächung der Widerstandskraft des Zahnhalteapparates führen und somit Infektionen begünstigen können. Umgekehrt kann sich die Parodontitis negativ auf den Diabetes auswirken. Medizinische Untersuchungen haben ergeben, dass die verstärkten Entzündungsherde im Mund die Insulinresistenz der Zellen verstärken und somit zu einer Verschlechterung der Blutzuckerwerte führen können.

Umso wichtiger ist es, dass Diabetiker besonders auf ihre Mundgesundheit achten. Denn auf diese Weise kann die Gefahr von Folgeerkrankungen erheblich eingedämmt werden. Eine gründliche tägliche Mundpflege in Verbindung mit zahnärztlichen Kontroll- und Prophylaxe-Maßnahmen ist dafür die beste Voraussetzung. Umso erfreulicher, dass die meisten der durch TNS Emnid Befragten ein hohes Engagement bei der Mundhygiene zeigen. 61 Prozent führen Vorbeugemaßnahmen gegen Parodontitis durch oder nehmen sie beim Zahnarzt in Anspruch. 48 Prozent gehen statt einmal im Jahr zweimal jährlich zu den Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt. 41 Prozent reinigen mindestens einmal täglich gründlich die Zahnzwischenräume. Eine professionelle Zahnreinigung nehmen jedoch nur 26 Prozent der Typ-II-Diabetiker regelmäßig in Anspruch., obwohl die professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt (PZR) ein wesentlicher Baustein der Vorsorge ist. Durch sie können Parodontitis verhindert und vorhandene Zahnbettentzündungen eingedämmt werden (Grafik 2).

Aufklärung vor allem in der Zahnarztpraxis nötig.
Die Emnid-Studie hat ergeben, dass die Aufklärung über die Wechselbeziehungen zwischen Diabetes und Parodontitis noch selten vom Zahnarzt vorgenommen wird. Lediglich 13 Prozent der Diabetiker wurden in der Zahnarztpraxis informiert. „Hier besteht akuter Handlungsbedarf", erklärt Michael Warncke, medizinisch-wissenschaftlicher Leiter von Colgate-Palmolive. „Den Zahnärzten kann hierbei in zweierlei Hinsicht eine besondere Rolle zukommen." Zum einen sind es häufig zahnärztliche Untersuchungen, bei denen sich erste Anzeichen für eine eventuelle Diabeteserkrankung offenbaren. Zahnmediziner sollten in diesem Fall ihren Patienten dazu raten, zum Hausarzt zu gehen um dies untersuchen zu lassen. Zum anderen kommt bei Patienten, die schon wissen, dass sie an Diabetes erkrankt sind, der Aufklärung eine sehr wichtige Rolle zu.

Die Zahnärzte sollten geeignete Maßnahmen der Mundhygiene aufzeigen, welche die Auswirkungen eines Diabetes positiv beeinflussen können. Dabei hilft auch der neue Prophylaxe-Ratgeber mit dem Titel „Alles in Balance? Diabetes und Mundgesundheit", der anlässlich des Monats der Mundgesundheit im August erscheint. Umgekehrt sollten auch Diabetiker einen Beitrag leisten und ihren Zahnarzt frühzeitig über ihre Krankheit und ihre Blutzuckerwerte informieren, damit dieser die Behandlung darauf abstimmen kann.
(agz-rnk, 29.07.2006, Foto: AOK-Bilderdienst)

Weitere Informationen:
Grafik 1:  „Welche dieser Begleiterkrankungen von Diabetes sind Ihnen bekannt?“
Grafik 2 : „Führen Sie als Diabetiker zusätzliche Vorbeugungsmaßnahmen durch und wenn ja welche?“
Broschüre "Diabetes und Mundgesundheit" (pdf-Datei, 287 KB).

Weiterführende Informationen zum Thema im Internet:
Deutsche Gesellschaft für Parodontologie.
Deutsche Diabetes Gesellschaft.
Diabetes Deutschland. 



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