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Höhere Überlebensrate bei Teleskop-Prothesen.
Höhere Überlebensrate bei Teleskopprothesen wissenschaftlich bestätigt. (Foto: proDente e.V.).Das seit Januar 2005 geltende Festzuschusssystem für Zahnersatz sieht vordergründig betrachtet ganz gut aus. Schließlich erhält beim Festzuschusssystem der Patient selbst bei Zahnersatz auf Implantaten einen Zuschuss. Bei näherer Betrachtung hat das System aber einen entscheidenden Nachteil: Durch Beschlüsse im Gemeinsamen Bundesausschuss wurden die Regelleistungen derart eingeschränkt, dass immer häufiger privat nach der Gebührenordnung für Zahnärzte zu zahlende Zusatzleistungen anfallen.

Fielen bisher Teleskopkronen zur Befestigung herausnehmbarer Prothesen am Restgebiss unter die Kassenleistung, ist dies seit 2005 aufgrund der eng gefassten Richtlinien oft nicht der Fall. Bei mehr als drei Zähnen im Kiefer gibt es derartige Kombinationsprothesen nur noch, wenn die Eckzähne vorhanden sind und hinter den Eckzähnen eine Lücke von mindestens zwei Zähnen klafft. Der Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen geht in einer Stellungnahme davon aus, dass auf diese Weise 80 Prozent der Patienten keinen Kassenanspruch mehr auf diese einfache und wirtschaftliche Versorgung haben. Galt bisher die Teleskop-Prothese als „luxuriöse“ aber auch komfortable Variante des abnehmbaren Zahnersatzes, die auch bei Kassenpatienten möglich war, ist sie nun quasi „über Nacht“ im Gemeinsamen Bundesausschuss zur teuren Überversorgung degradiert.

Alles kein Problem, glaubt man der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, die davon ausgeht, dass Teleskopprothesen in vielen Fällen unnötig sind. Zur Unterstützung wird angeführt, dass in der Schweiz, in der es beileibe keine „Barfußzahnarztversorgung“ gibt, Teleskopkronen überhaupt nicht bekannt sind. Der in Zahnärztekreisen weit bekannte Zahnarzt und Fachjournalist Karlheinz Kimmel stellt in einem Artikel in der Wochenzeitung „Die Zahnarzt Woche“ vom 22.06.2005 fest:: „Wenn man damit ‚auf höchster Ebene’ die neuen Einschränkungen bei der Versorgung mit Teleskop- und Konuskronen begründen will, werden zum einen die Pioniere der Entwicklung der Teleskopkronen (Böttger) und Konuskronen (K. Körber) desavouiert. Zum anderen werden diejenigen Zahnärzte auf unverständliche Weise verurteilt, die mit dieser Versorgungsart Abertausenden von vor allem älteren Patienten – funktionell, psychologisch und ästhetisch gesehen – einen optimalen Dienst erwiesen haben.“ Aber wahrscheinlich gehört Dr. Kimmel auch nur zu den ewigen Kritikern, Nörglern und Blockierern. Einer Gruppe, zu der laut einer Umfrage der schon zitierten Zahnarzt Woche (5. Oktober 2005) 61 Prozent der Dentisten gehören. Denn die sehen die vom Gemeinsamen Bundesausschuss beschlossenen Einschränkungen bei Brücken- und Kombinationsversorgungen, zu letzteren zählen Teleskopprothesen, als falsch an.

Schützenhilfe für die Teleskop-Prothese.
Nun erhalten die Kritiker und Nörgler prominente Schützenhilfe. Über ein Jahr nach der fast vollständigen „Herauskatapultierung“ der Teleskopprothese aus den Kassenleistungen widersprechen Wissenschaftler, unter ihnen der renommierte Zahnarzt und ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Professor Heiner Weber, der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung und ihrer These, dass der Vorteil der Teleskopkronen vor allem im ästhetischen Bereich liegt, der aber vom Nachteil der vergleichsweise hohen Kosten aufgehoben wird. In ihrer Stellungnahme kommen die Autoren der Studie zum Schluss: „Verschiedene Untersuchungsergebnisse bestätigen, dass ein teleskopierender Zahnersatz eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit hat als eine Klammer-Prothese.“ Letztlich folgern die Autoren, dass trotz anfänglich höherer Kosten die Teleskop-Prothese auf längere sicht wirtschaftlich ist. (DZW 25/2006 v. 21.06.2006, S. 1). Vielleicht schließt sich ja der Gemeinsame Bundesausschuss dieser Argumentation an und nimmt die Einschränkungen bei Kombinationsversorgungen zurück.

Bei der Teleskop-Prothese werden die Zähne zunächst mit Unter-Kronen, den so genannten Innenteleskopen, versorgt und geschützt. Die Ober-Kronen, die so genannten Außenteleskope, dienen zur Befestigung des Zahnersatzes und sind zusammen mit diesem herausnehmbar. Im sichtbaren Bereich werden die Teleskopkronen verblendet, die Verankerung ist im Gegensatz zur Klammer nicht sichtbar. Aufgrund ihrer Konstruktion zeichnet sich die Teleskopprothese durch exakte Passung und völlig unproblematische Handhabung aus. Sie gewährleistet ein absolut sicheres Kaugefühl ohne Fremdkörperempfinden und scheinen außerdem anderen Prothesentypen überlegen zu sein.
(agz-rnk, 08.07.2006, Foto: proDente e.V.)



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