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Fluoridiertes Salz schützt vor Karies.

 

Mehr als zwei Drittel des verkauften Haushalts-Speisesalzes sind heute bereits Jodsalz mit Fluorid. Diese hohe Akzeptanz belegt, dass von der Möglichkeit der Kariesvorbeugung direkt beim Essen auf immer breiterer Ebene Gebrauch gemacht wird. (Grafik: Informationsstelle für Kariesprophylaxe).Vorsorge direkt beim Essen wird mit Erfolg schon in vielen Ländern praktiziert.
Der Kampf gegen Löcher („Karies“) in den Zähnen beschäftigt Zahnärzte rund um den Globus. Mit gezielten und individuellen Vorbeuge-Maßnahmen konnte in den vergangenen Jahren in vielen Ländern eine deutliche Abnahme der Karies erreicht werden. Zu diesen Vorbeugemaßnahmen gehörte die Aufklärung der Patienten über eine gesunde Ernährung ohne allzu häufigen Zuckerverzehr, eine wirksame Mundhygiene, der regelmäßige Besuch beim Zahnarzt und nicht zuletzt die Anwendung von Fluoriden zur Zahnschmelzhärtung.

Besonders den Fluoriden ist es zu verdanken, dass die Säureangriffe von Bakterien keine Löcher in den Zähnen verursachen oder zumindest deren Verschlimmerung verhindern. Daher entwickelten Experten schon vor Jahrzehnten Konzepte, um die Schutzwirkung des Fluorids breiten Bevölkerungsschichten zugänglich zu machen. In der Schweiz kann der Verbraucher seit 50 Jahren fluoridiertes Speisesalz kaufen: Ein Grund für führende Wissenschaftler und Zahnmediziner im Rahmen einer internationalen Konferenz „50 Jahre Salzfluoridierung in der Schweiz" in Zürich ein Fazit zu ziehen.
Grundsätzlich werden neben fluoridierten Zahnpasten seit langem drei Ansätze verfolgt, wie Fluorid großen Bevölkerungsteilen verabreicht werden kann: In Form von Tabletten, über fluoridiertes Trinkwasser oder Speisesalz. Da die Wirkung des Fluorids vor allem direkt lokal auf der Zahnoberfläche zum Tragen kommt, scheinen die beiden letztgenannten Wege, vor allem die Speisesalzfluoridierung, am wirksamsten zu sein. Beim Verzehr der Speisen ist damit ein unmittelbarer Schutz gegeben, der sich anschließend durch die Aufnahme des Fluorids in die Blutbahn und den Transport in die Speicheldrüsen weiter fortsetzt.
Der Vorteil der Salzfluoridierung ist unter anderem die gute Dosierbarkeit, denn jeder Mensch verbraucht im Durchschnitt 6 - 8 g Salz am Tag. Eine Fluoridüberdosierung ist bei einer Fluoridanreicherung von 250 mg/kg Speisesalz somit ausgeschlossen.

Welch positive Ergebnisse Fluoridzusätze in Salz oder Wasser erzielen können, ist in den deutschsprachigen Ländern nur schlecht nachzuweisen. In bestimmten Regionen der Erde wurden jedoch flächendeckende Programme eingeführt, die die Wirksamkeit von Fluoridsalz klar belegen.

In der Schweiz begann die Speisesalzfluoridierung 1955 mit zunächst 90 Milligramm Fluorid pro Kilogramm Speisesalz. 1983 wurde der Fluoridzusatz dann landesweit auf 250 Milligramm erhöht. Seit dieser Zeit hat fluoridiertes Speisesalz wesentlich zudem starken Kariesrückgang in der Schweiz beigetragen. Derzeit hat fluoridiertes Speisesalz in Haushaltspackungen in der Schweiz einen Marktanteil von 88 Prozent. In Deutschland wird fluoridiertes Speisesalz als Jodsalz mit Fluorid seit 1991 im Lebensmittelhandel angeboten. Der inzwischen erreichte Marktanteil im Jahr 2004 von mehr als 63 Prozent zeigt deutlich die wachsende Akzeptanz in der Bevölkerung.

Professor Andreas Schulte von der Poliklinik für Zahnerhaltungskunde der Universität Heidelberg ist zufrieden mit der Entwicklung in Deutschland, sieht aber dennoch Verbesserungsbedarf: „Wir sind auf einem guten Weg. Aber neben den privaten Haushalten sollten auch Kantinen und Großküchen fluoridiertes Salz verwenden dürfen. Denn dann profitieren auch Menschen, die Probleme bei der täglichen Zahnpflege haben wie Behinderte oder Ältere." Viele Studien belegen: Schlechte Zähne finden sich besonders häufig bei sozial Schwachen. Da bereits seit einigen Jahren auch Billig-Discounter fluoridiertes Salz anbieten, bestehen gute Chancen, die Volksseuche Karies weiter einzudämmen. Der Schweizer Pionier der Salzfluoridierung und Organisator des Kongresses, Professor Thomas Marthaler, ist zuversichtlich und empfiehlt: „Fluoridiertes Salz ist eine wichtige Maßnahme gegen Karies - sehr sicher und ohne Nebenwirkungen. Weltweit schützen schon fast 200 Millionen Menschen so ihre Zähne!" Hinzu kommt, dass der Kostenaufwand für die Salzfluoridierung minimal ist, aber große Erfolge gerade in unterversorgten Gebieten bringt.

Doch auch in Deutschland müssen Zahnärzte, Fachkräfte und Politiker am Ball bleiben. Das Thema Salzfluoridierung kann schnell in den Hintergrund rücken und dann ein ähnliches Schicksal erfahren wie in Frankreich: Dort schrumpfte der Marktanteil von einst 45% 2003 auf klägliche 27%, verursacht durch gigantische Mengen an Importsalzen. Eine Vergleichstudie zwischen Heidelberg und Montpellier belegt eine Stagnation der DMFT-Werte in Frankreich, während sie in Deutschland weiter absanken.
(agz-rnk, 15.04.2006, Quelle u. Foto: Informationsstelle für Kariesprophylaxe)




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