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Epikutantests bei Materialunverträglichkeit.

 

Allergien auf Dentalmaterial können durch Hauttests nachgewiesen werden.“Haben Sie eine Allergie auf Dentalmaterialien?“ Diese Frage wird von immer mehr Patienten mit „Ja“ beantwortet, teilweise auch sofort ein Allergiepass vorgelegt. Der Zahnarzt steht dann vor dem nicht immer einfachen Problem, einen geeigneten Dentalwerkstoff zu finden. Dabei zeigt eine neue Studie, dass die Eintragungen in Allergiepässen hinterfragt werden müssen.

Um eventuelle Unverträglichkeiten auf Dentalmaterialien zu überprüfen, wird meist ein so genannter Epikutantest veranlasst. Hierbei wird eine spezielle Zubereitung des eventuell eine Allergie auslösenden Stoffes auf die Haut gebracht und nach 24, 48 und 72 Stunden die Hautreaktion überprüft. Eine echte Hilfe bietet dieser Test aber nur, wenn er von einem erfahrenen, dermatologisch versierten Allergologen durchgeführt wird. Was scheinbar nicht immer der Fall ist. Denn eine Studie aus dem Bereich des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen Rheinland-Pfalz kommt zu dem Ergebnis, dass bei rund einem Viertel der geprüften Testprotokolle die vorgeschriebene Ablesezeit von 48 bzw. 72 Stunden fehlte. Nur 70 Prozent der ausgestellten Allergiepässe enthielten die korrekten Testbefunde und lediglich in 5 Prozent der Pässe war vermerkt, welche klinische Bedeutung das Testergebnis hat.

Trotz dieser Ergebnisse stellen die Autoren der Studie fest, dass der Epikutantest grundsätzlich ein sinnvolles Verfahren ist, um einen geeigneten Dentalwerkstoff zu finden. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen aber auch, dass der Epikuantest möglicherweise nicht ausreichend ist. Eine echte Entscheidungshilfe bietet er nur, wenn der Test von erfahrenen, dermatologisch versierten Allergologen gemäss den Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft durchgeführt wird und der Zahnarzt sachgerechte und wissenschaftlich fundierte Entscheidungen auf dieser Basis trifft. Trotz dieser limitierten Eignung des Allergiepasses und der darin enthaltenen Dokumentation von Epikutantestungen als Entscheidungshilfe für die Wahl eines dentalen Werkstoffs, werden Allergiepässe häufig unkritisch als Grundlage der zahnärztlichen Entscheidungsfindung benutzt, was zu nichttrivialen klinischen und ökonomischen Auswirkungen führen kann.
(agz-rnk, 01.04.2006, Quelle: Baulig C et al.: Klinisch-ökonomische Evaluation von Epikutantests bei putativer dentaler Werkstoffunverträglichkeit. Allergologie (29);1/2006:1-10)

Weitere Information:
Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) zur Durchführung des Epikutantests mit Kontaktallergenen.
Konsens-Papier der Heidelberger Ambulanz für Naturheilkunde und der Poliklinik für Zahnerhaltungskunde zur Abklärung der Verträglichkeit zahnärztlicher Materialien.




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