Nicht gerade erfreut reagieren die Zahnärzte und Zahntechniker in Brandenburg auf ein neues Angebot der Brandenburger AOK. Deren Versicherte können sich kostengünstig Zahnersatz in Polen anfertigen lassen. Hierzu hat die AOK einen Vertrag mit der polnischen Medpolska abgeschlossen, wodurch Patienten nicht mehr wie bislang bei im Ausland angefertigten Zahnersatz die Kosten vorstrecken müssen, sondern diese direkt über die Krankenkasse abrechnen können. Weil die Krankenkasse im Ausland dieselben Festzuschüsse zahlt, spart sie dadurch nichts. Allerdings muss der Versicherte wegen des niedrigeren Gesamtpreises weniger zuzahlen. Was in der Grenzregion beim Benzinkauf schon jetzt die Regel ist, scheint sich nun auch in der Zahnbehandlung durchzusetzten.
"Wenn das Schule macht, wird das Arbeitsplätze in unserer strukturschwachen Region kosten", warnt der Vorsitzende der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Brandenburg, Gerhard Bundschuh. Schätzungsweise 10.000 Menschen sind in der Region in Zahnarztpraxen und bei Zahntechnikern angestellt. Schützenhilfe für die Zahntechniker leisten die märkischen Zahnärzte. In einem Brief an Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) haben sie die Politik aufgefordert, ihren Einfluss auf die AOK wahrzunehmen, um den "gesundheitspolitischen Unfug" zu unterbinden. Das Gesundheitsministerium zeigt sich jedoch unbeeindruckt und sieht den AOK-Vertrag, der mehr Wettbewerb beim Zahnersatz bringen soll, vom Gesetz gedeckt. "Letztlich entscheidet der Versicherte, ob ihm eine wohnortnahe oder kostengünstige Versorgung wichtiger ist", so Sprecher Thomas Wendt. (agz-rnk, 03.09.2005, Foto: AOK)
Weitere Information: Offener Brief der märkischen Zahnärzte an Ministerpräsident Matthias Platzeck (pdf-Datei, 14,5 KB).
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