Karies schon bei den Kleinsten ist ein schmerzhaftes Problem: In manchen Kindergärten sind bereits 40 Prozent aller Kinder betroffen. Durch die Studie "Mundgesundheitsaufklärung beim Zahnarzt", bei der über mehrere Monate 14.000 Mütter im Großraum Kassel befragt wurden, deckte der Medizinische Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen (MDS e.V.) auf, dass bei den Eltern noch viele Wissensdefizite hinsichtlich der frühesten Form von Karies, der so genannten "Nuckelflaschenkaries", bestehen.
Nächtliches Nuckeln süßer Getränke vermeiden. Die Ursachen schlechter Zähne bei den Kleinsten sind vielfältig: Zahlreichen Eltern war z.B. gar nicht bewusst, dass auch natursüße Säfte (Apfelsaft etc.) massiv zahnschädigend sein können. Dies gilt vor allem dann, wenn dem Kind eine Plastik-Trinkflasche zur Selbstbedienung überlassen wird. Nächtliches Dauernuckeln - von den Eltern gern zur Beruhigung ihres Kindes eingesetzt - kann somit schnell zu Dauerschäden führen.
"Eltern sollten mehr Verantwortung für die Gesundheit ihrer Kinder übernehmen", so Dr. med. dent. Harald Strippel, Fachgebietsleiter Zahnmedizinische Versorgung beim MDS. Dies gelte vor allem für sozial schwächere Schichten und Migrantenfamilien, denn diese sind dreimal so häufig von Karies betroffen. Außerdem appelliert Dr. Strippel an den Gesetzgeber, langfristig den Bildungsgrad der Eltern und die soziale Lage von Familien zu fördern. Die Europäische Union (EU) solle außerdem nach Möglichkeit Kunststoff-Saugerflaschen in den Mitgliedsländern verbieten, da leichte Plastikflaschen, die von Kindern selbst gehalten werden können, nachweislich als Ursache der Nuckelflaschenkaries identifiziert wurden.
Einige ganz konkrete Empfehlungen der Zahnexperten an die Eltern lauten: - Vermeidung der Prägung auf Süßes (z.B. Saft, süßer Tee) - Kinder im ersten Lebenshalbjahr möglichst vollständig stillen - Trinken aus der Flasche bis zum 1. Geburtstag abgewöhnen
Babys und Kleinkinder sollten weder an Süßes, noch ans Saugen gewöhnt werden: "Falls voll gestillt wird, kann vielleicht sogar komplett auf Saugerflaschen verzichtet werden", so Prof. Dr. med. dent. Willi-Eckhardt Wetzel, Leiter der Poliklinik für Kinderzahnheilkunde der Universität Gießen. Auch Schnabelaufsatzgefäße als Trinklernhilfe sollten gar nicht oder nur über vier bis sechs Wochen vor Ablauf des 1. Lebensjahres eingesetzt werden.
Neues Phänomen: Nuckeln an der "Radfahrerflasche". Ein zunehmendes Phänomen: Auch Große hängen inzwischen immer öfter "an der Flasche" - der Sportlerflasche. Etliche Freizeitsportler möchten mittlerweile nicht mehr auf eine Trinkflasche zum tropfarmen "Nuckeln" verzichten und liefern Kindern unter Umständen so unbewusst ein schlechtes Vorbild, das hinterfragt werden sollte. Der dreijährige Felix hat mit seinem gesunden Milchgebiss eine fröhliche und schmerzfreie Kindheit (Foto: MDS). (agz-rnk, 06.08.2005, Quelle: MDS, Foto: MDS)
Weitere nützliche Hinweise finden Eltern auf dem neuen Handzettel des MDS "Babys Zähne gut gepflegt - richtiges Trinken hilft dabei", den Sie als pdf-Downloaddatei (32 KB) erhalten können. Klicken Sie einfach den folgenden Link an. MDS-Handzettel
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