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Zahngesunde Ernährung von Anfang an.

 

Babys Zähne brauchen von Anfang an die richtige Nahrung und Pflege.Die Freude ist groß, wenn die ersten Zähnchen durchbrechen. Denn sie markieren einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung des Kindes. Feste Kost und Teilnahme an den Familienmahlzeiten liegen nun nicht mehr fern. Doch auch in anderer Hinsicht haben die Milchzähne eine enorme Bedeutung: Sie ermöglichen den Kindern, richtig sprechen zu lernen, dienen als Platzhalter für die bleibenden Zähne und verhindern Verformungen und Fehlstellungen im Gebiss. Deshalb gilt: Babys Zähne brauchen von Anfang an die richtige Nahrung und Pflege.

Stillen ist optimal für Säuglinge. Muttermilch ist die einzige Nahrung, die auf die Bedürfnisse des Babys in den ersten sechs Lebensmonaten ideal abgestimmt ist und ihm die Nährstoffe liefert, die es für das Wachstum seiner Organe braucht - also auch für die Zähne. Zudem fördert das Saugen die Ausbildung des Kiefers und trainiert die Kiefermuskulatur. Säuglinge sollten mindestens vier Monate voll gestillt werden, allergiegefährdete Kinder sechs Monate lang. Erst dann wird langsam mit der Beikost begonnen.

Falls ein Säugling keine Muttermilch bekommen kann, bietet industrielle Flaschennahrung die beste Alternative. Die eigene Herstellung von Säuglingsmilch kann grundsätzlich nicht empfohlen werden, denn sie kann nie den ausgewogenen Nährstoffgehalt einer Fertigmilch erreichen. Säuglingsanfangsnahrungen mit der Bezeichnung "Pre" sind der Muttermilch soweit wie möglich nachgebildet, enthalten als einzigen Zucker Milchzucker und sind für die Ernährung während des ganzen ersten Lebensjahres geeignet. Fertigmilch mit der Bezeichnung "1" enthält zusätzlich Stärke. Dadurch wird die Nahrung sämiger und sättigt etwas länger. Allerdings können auch andere Zucker, zum Beispiel Haushaltszucker, enthalten sein. Diese zusätzlichen Zucker bieten keine Vorteile, sondern erhöhen die Gewöhnung an den süßen Geschmack und haben eine größere kariogene Wirkung als Milchzucker. Aus zahnmedizinischer Sicht sind deshalb "Pre"-Nahrungen zu bevorzugen. Gleiches gilt für Folgemilch-Produkte mit den Ziffern "2" oder "3". Wenn überhaupt, sollten sie nicht vor dem fünften Lebensmonat gefüttert werden.

Die tägliche Vitamin-D-Gabe dient der Vorbeugung von Rachitis und nimmt über den Kalziumhaushalt auch Einfluss auf die Zahnsubstanz. Da Muttermilch allein nicht ausreichend Vitamin D aufweist, gilt diese Empfehlung sowohl für Still- als auch für Flaschenkinder. Eine zusätzliche Zufuhr von Fluoriden zur Kariesprophylaxe ist vor dem ersten Zahndurchbruch, der in der Regel im 6. Lebensmonat stattfindet, nicht notwendig. Danach ist eine zusätzliche Gabe abhängig vom Fluoridgehalt des Trinkwassers und anderer Fluoridquellen in der Nahrung. Empfehlenswert ist zum Beispiel die Verwendung von fluoridiertem Speisesalz im Haushalt. Die Frage der "Fluoridstrategie" sollte für jedes Kind individuell mit dem Zahnarzt besprochen werden.

Die Milchnahrung wird schrittweise durch die Beikost abgelöst. Gemäß den Empfehlungen des Forschungsinstituts für Kinderernährung in Dortmund wird zwischen dem fünften und siebten Monat zunächst der Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei, vier Wochen später der Vollmilch-Getreide-Brei und wieder einen Monat danach der Getreide-Obst-Brei eingeführt. Spätestens ab dem ersten Geburtstag kann der Nachwuchs dann seinen Platz am Familientisch einnehmen und auch die Familienmahlzeiten mitessen. Spezielle Kinderlebensmittel, Babygläschen oder -breie sind nicht mehr nötig. Im Gegenteil: Zu viel breiige Kost kann einer altersgemäßen Entwicklung des Kauapparates schaden.

Auch Babys können schon Karies bekommen. Die wichtigste Maßnahme zum Schutz der weichen Kinderzähne ist, die Besiedelung der Mundhöhle mit karieserzeugenden Mikroorganismen zu verhindern. Eine Ansteckung mit Kariesbakterien erfolgt im Wesentlichen durch Eltern, Verwandte und andere Kinder durch wiederholte Speichelkontakte. Hier gilt es wachsam zu sein und möglichst keine Löffel, Schnuller, Sauger oder anderen Gegenstände in den Mund zu nehmen und dann dem Kind zu geben. Außerdem spielt die Zahngesundheit der Bezugspersonen eine wichtige Rolle: Je gesünder die eigenen Zähne sind, desto geringer ist die Übertragungsgefahr. Die zweite Regel lautet: Kein Zucker im ersten Lebensjahr! Je später Kinder mit Zucker in Kontakt kommen, desto besser für ihre (Zahn-) Gesundheit. Da die Kleinen ja zunächst keinen Zucker und keine süßen Speisen oder Getränke kennen - und also auch nicht vermissen - ist das gar nicht so schwer umzusetzen.

Eine große Gefahr für Babyzähne ist das Dauernuckeln an der Flasche. Nuckelflaschen sind daher nur zum kurzzeitigen Trinken geeignet, das heißt für die Dauer der Mahlzeit, nicht aber zur "Selbstbedienung" oder für die Nacht. Denn beständiges Umspülen der Zähne mit Flüssigkeit setzt die körpereigene Reparatur mit Hilfe des Speichels außer Kraft. Besonders gefährlich sind alle süßen oder säurehaltigen Getränke wie zum Beispiel süßer Tee oder Eistee, Fruchtsäfte oder Erfrischungsgetränke. Sie haben in der Ernährung von Säuglingen - und besonders in der Trinkflasche - nichts zu suchen. Stattdessen sollen die Kinder ungesüßte Tees oder Wasser bekommen und bereits am Ende des ersten Lebensjahres lernen, aus einem Becher oder einer "richtigen" Tasse (nicht aus der Schnabeltasse) zu trinken.
(agz-rnk, 16.07.2005, Quelle:Deutsches Grüne Kreuz - Sektion Zahngesundheit)




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