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Globudent - mehrere Ermittlungsverfahren

 

Zahnarzt setzt Patientin eine Schiene ein.Die von der Eingreifreserve des Generalstaatsanwalts und vom Hessischen Landeskriminalamt gebildete "AG Ärzte" mit Sitz in Elz hat im bundesweiten Verfahrenskomplex betreffend die Firma "Globudent" alle Ermittlungsverfahren gegen die in Hessen ansässigen beschuldigten Zahnärzte übernommen. Bei "Globudent" handelt es sich um eine Mülheimer Dentalhandelsgesellschaft, die ihre Kunden - nämlich die beschuldigten Zahnärzte - mit unzulässigen Bar-Rückvergütungen, so genannten "Kick-backs", bedient hatte. Im Gegenzug rechneten die Ärzte die bezogenen Leistungen gegenüber ihren Patienten bzw. der kassenzahnärztlichen Vereinigung weit überhöht ab und verursachten so Millionenschäden.

Nachdem die Geschäftsführer der Firma Globudent inzwischen vom Landgericht Duisburg zu erheblichen Haftstrafen verurteilt worden sind, wurden hessenweit bislang 21 Ermittlungsverfahren gegen betroffene Zahnärzte eingeleitet, wobei die Höhe der gewährten "Kick-back"-Zahlungen von einigen Hundert bis zu ca. 50.000,00 € reicht. In vier Zahnarztpraxen in den Bezirken Fulda, Darmstadt und Frankfurt erfolgten bereits Praxisdurchsuchungen.

Gegen einen Zahnarzt aus Frankfurt wurde im Dezember 2004 wegen Betruges in 153 Fällen die Verhängung einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten zur Bewährung im Wege des Strafbefehls beantragt. Er hatte den Erhalt der "Kick-back"-Zahlungen eingeräumt und die den Krankenkassen und Patienten entstandenen Schäden wieder ausgeglichen. Bei anderen Zahnärzten, die lediglich in den geringeren Umfang Zahlungen erhalten hatten, wurden die Verfahren gegen Schadenswiedergutmachung und Auflagenzahlung eingestellt.

Die Ermittlungen sind zwischenzeitlich auf eine weitere Dentalfirma ausgeweitet worden, die nach demselben Modell wie die Firma Globudent ihre Kunden bundesweit mit kostengünstigem Zahnersatz aus Hongkong unter Gewährung von "Kick-back"-Zahlungen versorgt haben soll. Der in diesen Fällen verursachte Schaden lässt sich noch nicht abschätzen.
(agz-rnk, 05.03.2005, Quelle: Hessisches Landeskriminalamt vom 04.03.2005, Bild: Ivoclar Vivadent)




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