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84 Prozent der Deutschen wollen im Krankheitsfall neben ärztlichen Rat auch das Informationsangebot einer Selbsthilfegruppe nutzen, so eine repräsentative Emnid-Umfrage im Auftrag von Janssen-Cilag. Die hohe Bedeutung, die die Deutschen der Selbsthilfe beimessen, wollen sie auch in der Gesundheitspolitik berücksichtigt wissen. So befürworteten in derselben Umfrage 72 Prozent der Befragten, dass Patienten- und Selbsthilfevertreter mit eigenem Stimmrecht an gesundheitspolitischen Entscheidungen beteiligt werden. Die jüngste Gesundheitsreform könnte den Weg dahin geebnet haben: Seit dem 1. Januar 2004 sind Selbsthilfe- und Patientenvertreter im Gemeinsamen Bundesausschuss beteiligt. Der berät und entscheidet über den Nutzen neuer Diagnose- und Therapieverfahren, ihre medizinische Notwendigkeit sowie über Fragen der Qualitätssicherung in der Gesundheitsversorgung. In diesem zentralen gesundheitspolitischen Gremium haben Patienten- und Selbsthilfevertreter allerdings erst Mitsprache- und Antragsrechte, aber keine Entscheidungsrechte. "Das eindeutige Ergebnis der Emnid-Umfrage wundert mich nicht, die Rolle der Selbsthilfe wird immer wichtiger. Wer an einer Krankheit leidet oder Angehöriger eines chronisch Kranken ist, will mehr wissen und mit seinen Fragen ernst genommen und gehört werden. Als forschendes Arzneimittelunternehmen unterstützen wir bereits seit Jahren bewusst Patienten -und Selbsthilfegruppen in ihren Anliegen und erfahren: Die Suche nach qualitativ guter Informationen und Beratung ist für Patienten und deren Angehörige nicht immer einfach", so Heidemarie Marona, Referatsleiterin für Patientenbelange bei Janssen-Cilag. Bereits im Juli hatte eine von dem Unternehmen initiierte Arztumfrage zu ähnlichen Ergebnissen geführt: Fast 80 Prozent der befragten Ärzte erwarten, dass die Bedeutung der Selbsthilfe zunehmen wird. Neben der Informationsvermittlung schätzt über die Hälfte der Ärzte die emotionale Unterstützung, die ihre Patienten von Selbsthilfegruppen erfahren. Über 70 Prozent hatten bereits - mehrheitlich positive - Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen. Heidemarie Marona ist überzeugt, dass die Zusammenarbeit mit Patienten- und Selbsthilfevertretern weiter verstärkt werden muss. Nutzen könnte dies sowohl den behandelnden Ärzten, anderen an der Versorgung Beteiligten und den Betroffenen selbst: "Wir müssen mit dem Patienten reden und nicht über ihn. Ärzte, andere Experten im Gesundheitswesen und Forscher in Arzneimittelunternehmen haben ein sogenanntes gelerntes Wissen. Patienten und Selbsthilfeorganisationen verfügen über erlebtes Wissen. Beides kann sich sehr gut ergänzen." |
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