Alles Übertriebene kann schädlich sein - das gilt auch für die Zahnpflege. Jetzt fordern Wissenschaftler neue Verhaltensregeln für die häusliche Mundhygiene. Denn wer im Bestreben, sozusagen mit aller Gewalt saubere Zähne zu erreichen, diese kräftig und womöglich auch noch beliebig häufig schrubbt, der schadet seinem Gebiss mehr als er ihm nutzt.
Davor warnt Prof. Johannes Einwag, Direktor des Zahnmedizinischen Fortbildungszentrums Stuttgart. Neben den einschlägigen Problemen durch Kariesbefall der Zähne, so der Experte, fänden die Zahnärzte zunehmend auch andere Zahnerkrankungen vor. Dazu zählt beispielsweise die so genannte Abrasion, das heißt, die Zähne werden durch unsachgemäße mechanische Reinigung übermäßig abgeschliffen.
Unsachgemäß heißt neben zu festem und zu häufigem Schrubben auch, zum falschen Zeitpunkt zur Zahnbürste zu greifen. Hat man beispielsweise Säurehaltiges gegessen oder getrunken, ist der Zahnschmelz bereits leicht angeätzt und man sollte ihn erst einmal eine halbe Stunde vom Bürsten verschonen. Außerdem wird die Zahnbürste häufig unsachgemäß kreuz und quer am Zahn entlang geführt, anstatt kreisförmig von unten nach oben. Prof. Einwag plädierte daher für neue Empfehlungen in Sachen Mundhygiene: Im Zweifelsfalle weniger (aber weiterhin mindestens zwei Mal täglich), aber dafür gezielter zum richtigen Zeitpunkt putzen und das nur mit leichtem Druck sowie der richtigen Technik beim Führen der Zahnbürste. (agz-rnk, 08.01.2005, Bild: prodente)
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