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Geht der Bohrer in Rente?

 

"Er hat gar nicht gebohrt" - was heute noch ungewöhnlich klingt, kann morgen schon Normalität werden. Denn die Möglichkeiten der sanften Zahnbehandlung sind immer weiter fortgeschritten; und sie nehmen Betroffenen die Angst vor Bohrern und Betäubungsspritzen. Allerdings: Einige Methoden müssen erst ihre Brauchbarkeit wissenschaftlich erweisen.

Aus den USA stammt beispielsweise ein neues System, das Karies mit Hilfe von Druckluft entfernt: Winzige Partikel eines medizinischen Wirkstoffs werden unter Druckluft präzise auf die Zahnoberfläche gebracht. Die Partikel sprühen so die kariöse Stelle einfach weg. Eine in Schweden entwickelte Methode nutzt ein spezielles Gel statt eines Bohrers, der ja häufig auch gesunde Zahnsubstanz mit entfernt. Das Gel wird auf die kariöse Stelle aufgetragen und weicht die Karies auf. Anschließend lässt sie sich mit einem Handgerät leicht abschaben. Für kleine Schäden ist die Behandlung mit dem Aktivsauerstoff Ozon eine Alternative. Durch die Begasung mit Ozon werden die in der Karies enthaltenen Mikroorganismen abgetötet - ohne Nebenwirkungen, denn das Gas wird sofort unter Herstellung eines Vakuums wieder abgesaugt. Ein mineralisierender Lack härtet anschließend die kariöse Stelle aus. Mittlerweile ist sogar die nadelfreie Injektion von Betäubungsmitteln möglich: Dazu wurde ein so genannter "Stick" entwickelt, der das Betäubungsmittel mittels Druck unter die Schleimhaut bringt. Der Patient spürt nur ein kurzes Klopfen, keinen Einstich. Ist eine Spritze unausweichlich, minimiert ein computergesteuertes Betäubungssystem den Schmerz beim Einstich der Nadel. Dafür misst das System den Widerstand des Gewebes und gibt dann nur so viel Anästhesielösung ab, wie zur Betäubung des Bereiches um die Nadelspitze nötig ist. So macht sich die Nadel ihren weiteren Weg ins Gewebe quasi selbst schmerzfrei.
(agz, 04.09.2004, Quelle: prodente, Bild: prodente)




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