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Zähne gut - alles gut!

 

Mundgesundheit ist Lebensqualität bis ins hohe Alter
Der Anteil alter Menschen in der Gesellschaft wird in den kommenden Jahren immer größer. Diese Entwicklung stellt das Gesundheitswesen und damit alle medizinischen Fachdisziplinen vor große Herausforderungen.

In einer alternden Gesellschaft ist es notwendig, die Gesundheitsvorsorge in jedem Lebensabschnitt entsprechend zu fördern, um Krankheiten so lange wie möglich hinauszuzögern oder zu vermeiden.

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen enge Wechselwirkungen zwischen der Mundgesundheit und der Gesundheit des gesamten Körpers. Einerseits können Erkrankungen in der Mundhöhle wie die Zahnbetterkrankungen (Parodontitis) ein erhöhtes Risiko für bestimmte Allgemeinerkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen darstellen. Andererseits können Erkrankungen des ganzen Körpers bereits zeitig in der Mundhöhle erkannt werden. Deswegen ist neben der regelmäßigen Kontrolle der Zähne und der Mundhöhle sowie einer professionellen Prophylaxe in der zahnärztlichen Praxis die häusliche Vorbeugung vor allen Dingen durch eine effektive Zahn- und Mundhygiene von großer Bedeutung.
Jeder über 60-Jährige sollte regelmäßig zweimal jährlich seinen Zahnarzt zur Kontrolle aufsuchen, seine altersspezifischen Risikofaktoren für Zahn-, Mund und Kiefererkrankungen kennen und wissen, wie man vorbeugen kann.

Folgende Probleme können insbesondere im Alter auftreten:

Karies an Zahnkronen und Wurzeln:
Durch den Rückgang des Zahnfleisches im Alter liegen oftmals Wurzeloberflächen frei und es entstehen größere Zahnzwischenräume: Das Risiko steigt, dort Karies (Wurzelkaries) zu bekommen. Sorgfältige Mundhygiene ist daher ein Muss, auch überkronte Zähne und Brückenglieder müssen gereinigt werden. Hilfreich sind Zahnseide und Zwischenraumbürstchen sowie fluoridhaltige Mundspülungen. Ist keine sorgfältige Mundhygiene möglich, ist auch ein Zahnpflegekaugummi bzw. ein zuckerfreies Zahnpflegebonbon zur Steigerung des Speichelflusses hilfreich, denn der Speichel besitzt eine wesentliche Bedeutung beim Schutz vor der Entstehung von Karies.

Zahnfleisch- und Zahnbetterkrankungen (Parodontitis):
Erkrankungen des Zahnhalteapparats, vor allem Entzündungsreaktionen des Zahnfleisches, sind im Alter häufigster Grund für Zahnverlust. Ursache ist meist eine unzureichende Zahnreinigung. Regelmäßige professionelle Zahnreinigung in der Zahnarztpraxis und der Einsatz spezieller Zahnzwischenraumbürsten und gezielter Zahnpflegetechniken zu Hause beugen vor und helfen, Entzündungen zu kurieren.

Mundtrockenheit:
Manche Allgemeinerkrankungen oder die Einnahme bestimmter Medikamente (Herz-Kreislauf-, Beruhigungs- und Abführmittel) können Mundtrockenheit verursachen. Oft allerdings trinken ältere Menschen auch viel zu wenig, um den Speichelfluss anzukurbeln und aufrecht zu halten. Speichel fördert die Selbstreinigung der Zähne und neutralisiert zahnschädigende Wirkung der Säuren sowie Zahnfleisch schädigende Stoffwechselprodukte der Bakterien. Auch haftet die Prothese wesentlich besser bei funktionierendem Speichelfluss. Daher sollte man mindestens zwei bis drei Liter Flüssigkeit über den Tag verteilt trinken. Klares (Mineral-) Wasser und ungesüßte (Kräuter-) Tees sind optimal geeignet. Wichtig ist weiterhin eine kauaktive und den Speichelfluss fördernde Nahrung.

Schleimhautveränderungen und Druckstellen:
Die Mundschleimhäute unterliegen im Alter unter Umständen auch durch vorhandenen Zahnersatz größeren Risiken. Verminderter Speichelfluss kann die Selbstreinigung behindern. Druckstellen durch Prothesen können entstehen. Rauchen und insbesondere hochprozentiger Alkoholkonsum schädigen die Schleimhäute. Außerdem reduziert sich die Immunabwehr mit zunehmendem Lebensalter. Dies alles birgt Risiken von Schleimhautveränderungen bis hin zur Entstehung bösartiger Veränderungen. Deswegen ist auch die regelmäßige Kontrolle der Schleimhäute durch den Zahnarzt wichtig. Der Zahnersatz muss regelmäßig zweimal täglich gereinigt und bei vorhandenen Druckstellen sollte umgehend der Zahnarzt aufgesucht werden. Entsprechende Empfehlungen und Hinweise zur Pflege des Zahnersatzes werden in der zahnärztlichen Praxis gegeben. Zusätzlich muss regelmäßig der korrekte Sitz des Zahnersatzes überprüft und gegebenenfalls korrigiert werden.

Die Zahnpflegemittel-Industrie hat längst auf die Bedürfnisse älterer und alter Menschen reagiert und hilfreiche Neuheiten auf den Markt gebracht. Eine zeitgemäße zahnärztlichen Prophylaxepraxis bietet Anschauungsmaterial und Aufklärung zum Thema lebenslanger und risikogerechter Zahn- und Mundhygiene. Merke: Zähne gut - alles gut!
(agz, 07.08.2004, Quelle: DGK)




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