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In Hypnose entspannt beim Zahnarzt

 

Das Herz rast, der Magen krampft: Patienten fühlen sich häufig elend, wenn sie in die Zahnarztpraxis kommen. Sie stehen unter Stress, denn der Zahnarztbesuch ist für sie ein psychischer Kraftakt. Andere leiden gar unter einer Zahnarztangst und können sich überhaupt nicht überwinden, einen Zahnarzttermin zu vereinbaren. So werden notwendige Behandlungen aufgeschoben, und Zähne müssen oft entfernt werden, weil eine andere Therapie nicht mehr möglich ist. Vielen dieser Patienten kann mit medizinischer Hypnose geholfen werden. Diese Methode ermöglicht eine Behandlung in angstfreiem und entspanntem Zustand. Würgereiz, Lokalanästhetika-Unverträglichkeit oder Allergien sind weitere Indikationen für die medizinische Hypnose. Immer mehr Zahnärzte, auch in der Pfalz, lassen sich daher auf diesem Gebiet ausbilden.

Medizinische Hypnose funktioniert nur mit dem Patienten, nie gegen seinen eigenen Willen. Der Patient wird in eine Trance versetzt - ein Zustand ähnlich dem eines in sein Spiel völlig vertieftes Kind, das alles um sich vergisst. Der Patient bewegt sich in einem imaginären Raum, wo er sich wohlfühlt. Der rationale Teil des Gehirns schaltet ab, alles Unangenehme wird ausgeblendet. Der Puls ist ruhig, der Blutdruck niedrig, die Muskulatur locker. Der Zahnarzt kann jetzt zügig und präzise arbeiten. Keinesfalls verliert der Patient in Hypnose die äußere Wahrnehmung: Er nimmt seine Umwelt wahr und reagiert auch. Nur empfindet er äußere Reize nicht oder anders als im Wachzustand.

Nach Informationen der vor zehn Jahren gegründeten Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Hypnose (DGZH) ist bei rund 90 Prozent der Menschen die moderne medizinische Hypnose erfolgreich anwendbar. Besonders dann, wenn sie eine gute Konzentrationsfähigkeit, bildhafte Fantasie und Intelligenz besitzen. Bei zehn Prozent lässt sich in Hypnose Schmerzfreiheit, bei 80 Prozent eine deutliche Schmerzreduktion erreichen. Der Hypnose muss allerdings eine genaue, medizinisch und psychologisch fundierte Anamnese vorausgehen. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten nicht.

Bei den meisten Patienten reicht es aus, einen speziellen auf die Situation beim Zahnarzt bezogenen Hypnose-Tonträger zu benutzen. Er leitet dazu an, sich selbst in Trance zu versetzen. In anderen Fällen ist es der Zahnarzt, der mit bestimmten (Sprach-)Techniken den Patienten suggestiv beeinflusst, um diesen Zustand herbeizuführen. Er hält für die Zeit der Behandlung, aber nicht darüber hinaus, an.

Medizinische Hypnose ist kein Hokuspokus. Der Grundgedanke ist, dass jeder Mensch über die nötigen Ressourcen verfügt, ein Problem in einer für ihn akzeptablen Weise selbst zu bewältigen. Der Zugang zu den Ressourcen ist jedoch aus Gründen, deren Ursache im Einzelfall zu suchen ist, versperrt. In Hypnose werden diese Ressourcen frei gelegt. Sie ist damit Hilfe zur Selbsthilfe.
(agz, 29.05.2004, Quelle: Informationsstelle der Pfälzischen Zahnärzte)




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