...zumindest wenn sich die Vorstellungen der Zahnärzte bei den Zahnersatz-Festzuschüssen durchsetzen. Der Vorstand der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) geht davon aus, dass die Verhandlungen zur Festlegung der befundbezogenen Festzuschüsse bis zum Sommer abgeschlossen sind. Die Verhandlungsführer der KZBV hoffen, dass Implantate auch weiterhin nicht zur Regelversorgung gehören.
Während die Zahnärzteschaft bestrebt ist, die Festzuschuss-Befunddefinitionen immer an der Untergrenze festmachen zu können, sind die Vertreter der Krankenkassen bestrebt, so viele Leistungen wie möglich, auch höherwertige Versorgungen, in die Festzuschuss-Regelversorgung einzubeziehen. So sollen nach Meinung der Krankenkassen wie bisher auch größere Zahnlücken (mehr als zwei Zähne) noch mit einer Brücke versorgt werden können. Den Zahnärzten geht das zu weit. Für sie kommt in einem solchen Fall nur noch die Versorgung mit einer herausnehmbaren Modellguss-Prothese in Frage. Selbst zur Versorgung einer kleinen Lücke sehen die Vorstellungen der Zahnärztevertreter lediglich eine unverblendete Brücke vor. Beide Beispiele zeigen: Die Zahnärzte vertreten konsequent eine erhebliche Absenkung des bisherigen Zahnersatzniveaus! Zwar steht es dem Patienten frei, mit seinem Zahnarzt eine höherwertige Versorgung, z.B. eine Brücke statt der Modellguss-Prothese, zu vereinbaren, er erhält aber lediglich den Zuschuss zur Modellguss-Prothese. Die Brücke wird, da keine Kassenleistung, zudem nach der teueren Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) abgerechnet und auch das zahntechnische Labor kann höhere Preise verlangen.
Der KZBV-Vorstand geht zur Zeit davon aus, dass sich seine Vorstellungen zum Zahnersatz-Festzuschuss realisieren und sich auch im Bundesministerium für soziale Sicherheit und Gesundheit durchsetzen, da man hier auf die Unterstützung der CDU als Kompromisspartner des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes setzt. Schließlich wäre dies ein Schritt der CDU-Politik auf dem Weg hin zur Kostenerstattung für die Zahnheilkunde.
Nur der Patient hat ein Problem: Wie kann er aus den Behandlungsalternativen die für ihn geeignete Therapie finden und gleichzeitig sicher sein, dass nicht Gewinnabsichten seines Zahnarztes die Hauptrolle spielen? Zumindest nach den Erfahrungen der Verbraucherexperten von ÖKO-TEST sind hier Zweifel angebracht ("Test Zahnärzte - Abgezockt, geschlampt und gepfuscht", ÖKO-TEST 4/2004).
Link zum Thema Bereits 2002 stellte die Bundeszahnärztekammer anlässlich einer Pressekonferenz ihre Vorstellungen zu befundbezogenen Festzuschüssen vor. Das Dokument als pdf-Datei.
(agz, 24.04.2004)
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