Immer mehr Bundesbürger machen von der Möglichkeit der Kariesprophylaxe direkt beim Essen Gebrauch, wie dies mit fluoridiertem Speisesalz möglich ist. Denn auch 2003 ist der Anteil dieses Salzes am gesamten Haushaltspaketsalzabsatz um weitere fünf Prozent auf jetzt insgesamt rund 60 Prozent gestiegen. 12 Jahre nach Einführung dieses Salzes, das als Jodsalz mit Fluorid erhältlich ist, verwendet somit mindestens jeder zweite Haushalt dieses gesundheitsfördernde Kombinationssalz.
Nach Angaben der deutschen Salzindustrie ist Jodsalz mit Fluorid heute in jedem Lebensmittelgeschäft erhältlich. Einzelne Discounter führen sogar nur dieses Salz. Doch auch in anderen Geschäften steht Jodsalz mit Fluorid dominant im Regal, sodass Verbraucher bevorzugt danach greifen. Mitentscheidender Faktor für den steilen Aufwärtstrend von Jodsalz mit Fluorid dürften nach Ansicht der Informationsstelle für Kariesprophylaxe u. a. die seit März 2000 gültigen Fluoridzufuhrempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) sein, die als Basisempfehlung die kombinierte Verwendung von fluoridierter Zahnpasta und fluoridiertem Speisesalz beinhalten. Doch auch die Empfehlungen von Zahn- und Kinderärzten, von Prophylaxekräften, Ernährungsberatern, Medien und anderen Multiplikatoren beeinflussen die positive Entwicklung dieses Salz seit Jahren wesentlich.
Ein kariesvorbeugender Effekt geht nach Priv.-Doz. Dr. Stefan Zimmer, dem Sprecher des wissenschaftlichen Beirates der Informationsstelle für Kariesprophylaxe, vor allem von der lokalen Wirkung von fluoridiertem Speisesalz aus, da die darin enthaltenen Fluoride bereits während des Essens mit den Zähnen in Kontakt kommen. Dies bewirkt, dass die Widerstandsfähigkeit der Zähne gegen zahnschädliche Säuren gestärkt wird und sie durch Einlagerung von Mineralien ständig von neuem "remineralisiert" werden.
Aufgrund der vorliegenden klinischen Erfahrung ist davon auszugehen, dass bei täglicher Zufuhr von fluoridiertem Speisesalz in Kombination mit der täglichen Anwendung von fluoridhaltiger Zahnpasta in den empfohlenen Dosierungen eine Hemmung des Karieszuwachses bis zu 50 Prozent erreicht werden kann. Die Wirkung hängt dabei im Einzelfall u. a. vom individuellen Kariesrisiko ab und inwieweit eine gewissenhafte und regelmäßige Zahnpflege und Fluoridzufuhr befolgt wird. (agz, 24.04.2004, Foto: IfK)
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