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Erste-Hilfe-Tipps bei Zahnunfall

 

Zahnlücken im Kindesalter sind oft Heldenspuren: Nicht selten kommt es beim Sport, durch einen Sturz am Schwimmbeckenrand, beim Skaten oder bei Raufereien zu Zahnverletzungen. Aufgrund ihrer Stellung im Zahnbogen sind die Frontzähne bei Verletzungen im Gesicht besonders gefährdet. So erleiden etwa 40 Prozent der zwei- bis vierjährigen Kinder Verletzungen der Milchschneidezähne und etwa 30 Prozent der acht- bis zwölfjährigen Jugendlichen traumatische Schädigungen der bleibenden Zähne, so die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DZMK).

Art und Umfang der Zahnverletzungen reichen vom Abbrechen einer kleinen Zahnschmelzecke bis zum Totalverlust des Zahnes. Aber bei korrektem Vorgehen können verletzte Zähne einen Unfall meist überleben, wenn schnell gehandelt wird. Dies ist auch bei Milchzähnen dringlich, damit die nachfolgenden Zähne nicht gefährdet werden.

Erste-Hilfe-Tipps
Hat sich Ihr Kind eine Zahnecke oder einen ganzen Zahn ausgeschlagen und blutet im Mund? Telefonieren Sie so schnell wie möglich Ihrem Zahnarzt. Er wird Ihnen sagen können, ob Sie sofort vorbeikommen müssen oder ob es nicht so eilt. Stillen Sie die Blutung, indem Sie steriles Verbandsmaterial auf die Wunde pressen. Sollte dieses nicht zur Hand sein, nehmen Sie ein möglichst sauberes und fusselfreies Textilstück. Wenn es nicht mehr blutet, eignen sich feuchtkalte Waschlappen, Taschentücher oder Ähnliches zum Kühlen.

Ausgeschlagene Zähne - hierzu kommt es bei immerhin 16 Prozent aller Zahnverletzungen. Handelt es sich um einen bleibenden Zahn, kann dieser vom Zahnarzt oder Chirurgen wiedereingesetzt (reimplantiert) werden. Voraussetzungen für eine solche "Wiedereingliederung": Der Zahn darf sich nicht länger als wenige Stunden außerhalb des Mundes befunden haben oder ausgetrocknet sein. Damit die Zellen auf der Wurzel nicht geschädigt werden, sollte der Zahn so schnell wie möglich wieder eingesetzt werden. Ist er stark verschmutzt, sollte er mit Leitungswasser abgespült werden. Auf keinen Fall desinfizieren und nur die Zahnkrone, nicht aber die Wurzel berühren.

Beim Transport in die Praxis oder Klinik sollte er am besten in einer Zahnrettungsbox aufbewahrt werden. Sie enthält spezielle Zellkultur- beziehungsweise Zellnährmedien und ist in Apotheken erhältlich. Wenn keine solche zur Verfügung steht, eignen sich folgende Flüssigkeiten für den Transport in einem Becher am besten: Kochsalzlösung, Milch oder Speichel. Leitungswasser ist nur bedingt empfehlenswert. Bis zum Besuch beim Zahnarzt kann er auch in der Wange aufgehoben werden.

Wieder in Reih und Glied
Bei einer frühzeitigen Behandlung gelingt das "Wiederanwachsen" des Zahnes bei mehr als 90 Prozent der Fälle. Der Zahn wird mit einer Schiene für 10 bis 14 Tage fixiert. Bei den Betroffenen wird außerdem der Tetanusschutz überprüft und es werden Antibiotika gegeben. Im Milchgebiss erfüllt der so erhaltene Zahn seine Platzhalterfunktion für den folgenden bleibenden Zahn. Es wird verhindert, dass sich die Nachbarzähne in die Lücke schieben. Bei Kindern und Jugendlichen, bei denen bleibende Zähne betroffen sind, ist das Wiedereinpflanzen herausgeschlagener Zähne wichtig. Einerseits werden die benachbarten und gegenüberliegenden Zähne daran gehindert, zu wandern. Vor allem aber gelingt es im bleibenden Gebiss auf diese Weise, den Kieferknochen zu erhalten, der sonst an dieser Stelle unweigerlich abgebaut würde. Wenn das Schädelwachstum beendet ist und die Kieferform feststeht, kann der geschädigte Zahn dann durch ein Implantat oder eine Brücke ersetzt werden.
(agz-rnk, 20.03.2004, Bild: prodente e.V.)




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