Schon Urmenschen benutzten vermutlich Zahnseide, die allerdings aus Grashalmen bestand. Einer US-Forscherin zufolge polierten unsere Vorfahren damit die Zähne und säuberten vor allem die Zahnzwischenräume von Essensresten. Damit wäre das Zähneputzen die älteste belegte Kulturtechnik, heißt es im britischen Fachmagazin "New Scientist".
Seit längerem gibt es Diskussionen um die Herkunft der ominösen Rillen, die an den Hälsen zahlreicher, bis zu 1,8 Millionen Jahren alter Zahnfossilien vorkommen. Während einige Forscher darin Spuren von Zahnsäuberungsaktionen sehen, wandten Kritiker bislang ein, dass die Zahnbefunde moderner Menschen keine derartigen Rillen aufweisen. Die Paläontologin Leslea Hlusko von der University of Illinois bearbeitete nun sowohl einen Pavianzahn als auch den Zahn eines modernen Menschen mehrere Stunden lang mit einem Grashalm: Beide wiesen anschließend Rillen auf, die den Elektronenmikroskop-Aufnahmen der Hominidenzähne zum Verwechseln ähnlich sehen. Anders als das später zur Zahnpflege oft verwandte Holz, enthält Gras große Mengen besonders harter und abriebfördernder Kieselsäure-Partikel. (dpa, 10.03)
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