Britische Zahnärzte klagen in einer aktuellen Übersichtsstudie über das mangelnde Prophylaxebewusstsein bei älteren Menschen. Weniger als 50% der 65-Jährigen kann als Prophylaxe-geschult betrachtet werden. Ein britisches Zahnärzteteam aus Manchester untersuchte die Wirksamkeit von Zahnpflegeprodukten zur Vorbeugung ("Prävention") und Behandlung von Karies und Parodontitis im Alter. Die Forscher werteten dabei kontrollierte Studien und Anwendungsbeobachtungen aus. Die Wissenschaftler konnten allerdings nur wenige Studien über die Wirksamkeit von fluoridhaltiger Prophylaxe (Zahnpasta, Mundspülungen) bei älteren Menschen finden. Die meisten Daten zur Wirksamkeit fluoridhaltiger Zahncremes basieren auf Studien mit Kindern und Jugendlichen.
Dennoch ermittelten sie für Zahnpasten mit Triclosan-Zusatz eine verbesserte Plaquekontrolle sowie bessere Entzündungsparameter der Gingiva. Auch Zahncremes die neben Triclosan Copolymer enthielten, zeigten in der Anwendung bei Erwachsenen und Hochrisiko-Patienten gute Ergebnisse. Elektrische Zahnbürsten mit oszillierenden Bürstenköpfen waren in zahlreichen klinischen Studien dem manuellen Zähneputzen überlegen: Sie verringerten Beläge und Zahnfleischbluten um 7% bzw. 17% wirksamer.
Angesichts einer wachsenden Zahl älterer Menschen fordern die Autoren mehr Aufmerksamkeit auf die Prävention zu lenken. Es sei enttäuschend, dass in Großbritannien knapp die Hälfte der 65- bis 74-Jährigen und ein Drittel der über 75-Jährigen keine entsprechenden Hinweise für eine gute Zahnpflege erhielten, so die Autoren. Eine andere britische Studie zur Zahngesundheit unterstützt diese Ergebnisse. Die Untersuchung ergab, dass über 50% der über 65-Jährigen Karies aufweisen. Die Autoren vermuten für andere europäische Ländern sehr ähnliche Zahlen. (Quelle: Clinical Oral Investigations, 10/2003)
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