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Richtiges Würzen beugt Karies vor

 

Verstärkter Einsatz von Fluoriden zeigt Wirkung
Nach der Weltgesundheitsorganisation gilt Deutschland heute als ein Land mit niedrigem Kariesbefall. Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege, Bonn, meldet, dass einer bundesweiten Studie zufolge die Karies bei den Schulanfängern von 1994 bis 2000 um ein Viertel zurückging, bei den Neunjährigen sogar um mehr als die Hälfte. Allerdings benötigen ausländische Familien und solche mit niedrigem Bildungsniveau noch viel Aufklärung und Unterstützung, um den gleichen Stand zu erreichen.

Dieses erfreuliche Ergebnis ist vor allem dem Einsatz von Fluorid in verschiedenen Formen zu verdanken, das sich inzwischen als wichtigste der drei Säulen zur Zahngesundheit erwiesen hat. Die Empfehlung perfekter Mundpflege nach jeder Mahlzeit ist im Alltag und besonders bei Kindern ebenso wenig einzuhalten wie die Einschränkung der Häufigkeit des
Zuckerkonsums. Bleibt also die Kariesprophylaxe mit Fluorid. Mit diesem Spurenelement, natürlicher Bestandteil des menschlichen Organismus, sind heute Zahnpasten, Gelees, Lacke und Spüllösungen sowie Speisesalz angereichert. 

Von der Gabe von Fluoridtabletten ab Geburt ist man wieder abgekommen, weil neue Forschungsergebnisse eine andere, weitaus bessere Wirkungsweise von Fluoriden bestätigt haben. Entscheidend ist, wie Zahnarzt Dr. Stefan Zimmer von der Charité Berlin als Sprecher der Informationsstelle für Kariesprophylaxe des Deutschen Arbeitskreises für Zahnheilkunde erklärt, die lokale Wirkung des Fluorids an der Oberfläche des Zahnes: „Für eine wirkungsvolle Kariesprophylaxe ist eine ständige lokale Fluoridzufuhr erforderlich, solange Zähne in der Mundhöhle stehen.“

Jeder zweite Bundesbürger verwendet bereits fluoridiertes Jodsalz
Fluoride verbessern die Widerstandsfähigkeit der Zähne gegen Säuren und „reparieren“ kleinere Kariesschäden des Zahnschmelzes durch Remineralisierung, die Wiedereinlagerung von Kalzium und Phosphat. Das ist vor allem wichtig bei dem noch unreifen kindlichen Zahnschmelz, der gegen Säureattacken besonders gefährdet ist. Die Wirkung ist am größten mit fluoridiertem Jodsalz, weil dieses genau dann am Ort des Geschehens ist, wenn es gebraucht wird: beim Essen. Während seiner Passage durch die Mundhöhle kommt es mit den Zähnen in Kontakt. Anschließend gelangt es über den Magen-Darm-Trakt in den Blutkreislauf und damit wiederum in den Speichel, dessen Fluoridkonzentration sich dadurch erhöht.
Rund 45 Millionen Deutsche verwenden heute bereits fluoridiertes Speisesalz, das als Jodsalz mit Fluorid erhältlich ist und den größten Marktanteil unter allen Haushaltssalzen hat. Die Verwender dieses Kombinationssalzes beugen damit sowohl der Karies als auch jodmangelbedingten Schilddrüsenerkrankungen vor. Salz hat sich weltweit als idealer Trägerstoff für diese beiden Spurenelemente bewährt. Fluoridiertes Jodsalz ist preiswert und wie herkömmliches Speisesalz in der Küche zu verwenden. Bei kontinuierlicher Verwendung ist damit bei allen Familienangehörigen eine Kariesverringerung von 30 bis 50 Prozent möglich.

Fluoridiertes Salz auch in der Gemeinschaftsverpflegung
Für die regelmäßige und breite Verwendung dieses Salzes auch in der Gemeinschaftsverpflegung sprechen die Ergebnisse einer mehrjährigen Studie des Universitätsklinikums Heidelberg. Danach führt fluoridiertes Speisesalz in den Hauptmahlzeiten zu einer deutlichen Zunahme der Fluoridaufnahme, ohne die geringste Gefahr einer Überdosierung. Weil heute immer mehr Menschen in der Mittagspause außer Haus essen, sollten auch Mensen, Kantinen, Betriebsrestaurants, Gaststätten und Fast Food-Betriebe Jodsalz mit Fluorid verwenden, um die Karies noch weiter einzuschränken, so das Fazit der Studie.
(agz, 30.11.03, Foto: IfK)




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