Zungen-Piercing wird in unserer Gesellschaft immer beliebter. Jährlich lassen sich rund 60.000 Deutsche ihre Zunge mit einem Zungenschmuck verzieren. Für viele Jugendliche ist Zungen-Piercing ein Muss. Nicht immer zur Freude der Eltern. Forscher der University of Maryland Dental School veröffentlichten jetzt im "Journal of the American Dental Association" Untersuchungsergebnisse, die den Eltern – zumindest bei Piercings im Mund – Recht geben. Denn ein Piercing ist zwar ein modischer Schmuck, kann aber gerade im Mund schwer wiegende Gesundheitsgefahren mit sich bringen. Dort schadet das Piercing dem Zahnfleisch derart, dass es längerfristig sogar zu Zahnausfall kommen kann.
Mund-Piercing kann zu Zahnausfall führen "Mund-Piercings zu tragen, kann selbst nach relativ kurzer Zeit zu deutlichen Deformationen des Zahnfleischs führen, die operativ nicht mehr behoben werden und schließlich tatsächlich zu Zahnausfall führen können", erklärte John K. Brooks, Hauptautor der Studie. Die meisten Piercings im Mund sind den Forschern zufolge an der Zunge (81 Prozent) und an der Lippe (38,1 Prozent). Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass Zungen-Piercing das Zahnfleisch hinter den unteren Schneidezähnen beschädigt. Lippen-Piercing verletzt eher das Zahnfleisch vor den unteren Schneidezähnen. Bei drei von fünf gepiercten Patienten stellten die Forscher Zahnfleischrückgänge von fünf bis acht Millimetern fest.
Regelmäßige Kontrolle des Zahnfleischs Im Mund gepiercten Patienten empfehlen daher die Forscher, sich routinemäßig beim Zahnarzt auch das Zahnfleisch und den Zahnhalteapparat untersuchen zu lassen. (agz, 23.11.03)
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